Grippe-Virus: Schnell gegen Medikament resistent
Die japanische Forschergruppe hatte Influenza-A-Viren von 50 grippekranken Kleinkindern auf genetische Veränderungen untersucht. Die Kinder wurden mit dem Wirkstoff Oseltamivir behandelt, einem Medikament aus der Gruppe der Neuraminidase-Hemmer.
Diese Medikamente verhindern, dass sich Viren aus schon befallenen Zellen lösen und den Rest des Körpers infizieren. Damit kann nicht nur der Ausbruch der Krankheit unterdrückt werden, sondern es wird auch eine Ansteckung anderer Menschen verhindert.
Da die Kinder zuvor noch nie mit einem Grippevirus infiziert gewesen seien, hätten ihre Immunsysteme wie die einer Bevölkerung reagiert, auf die eine neue Grippewelle zurollt, schreibt die Virologin Yoshihiro Kawaoka von der Universität Tokio im Fachblatt "The Lancet" (Bd. 364, S. 759).
Schon nach viertägiger Behandlung mit dem Wirkstoff entdeckten die Forscher erste unempfindlichen Viren. Insgesamt traten im Laufe der Studie bei fast einem Fünftel der Patienten Viren auf, die gegen den Wirkstoff resistent waren. Demnach verändern sich die Viren weitaus häufiger als vermutet. Offenbar reicht bereits schon eine Mutation aus, um das auf spezielle Schlüsselproteine an der Virusoberfläche abgestimmte Medikament unwirksam zu machen, vermuten die Forscher.
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