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Antimaterie und Teleportation US-Luftwaffe forscht an Science-Fiction-Waffen

2. Teil: Explosive Materie und Psycho-Teleportation: Lesen Sie im zweiten Teil, wie sich US-Militärs die Zukunft der Kriegsführung vorstellen

Penning-Falle der Nasa: Suche nach sicherem Behälter für Antimaterie
Positronics/ AFRL

Penning-Falle der Nasa: Suche nach sicherem Behälter für Antimaterie

Der Unterschied zwischen Materie und Antimaterie besteht in der Ladung der subatomaren Bausteine. Während bei normalen Atomen positiv geladene Protonen von negativ geladenen Elektronen umkreist werden, ist es bei der Antimaterie genau umgekehrt: Hier schwirren Antielektronen, auch Positronen genannt, um Antiprotonen herum.

Der gängigen Theorie zufolge entstanden beim Urknall beide Sorten in nahezu gleicher Menge. Zu einer totalen gegenseitigen Vernichtung kam es dennoch nicht: Die normale Materie behielt die Oberhand. Zur Herstellung von Antimaterie sind heute Teilchenbeschleuniger notwendig, die bei weitem mehr Energie verschlingen, als die Antiteilchen anschließend wieder hergeben könnten.

Nach Zahlen eines Nasa-Teams, das sich am Glenn Research Center in Cleveland mit der Machbarkeit von Antimaterie-Triebwerken beschäftigt, würde die Herstellung eines Milligramms Antimaterie mit heutiger Technik rund 100 Milliarden Dollar kosten - etwa 10.000-mal zu viel, um für kommerzielle Anwendungen interessant zu sein. Für solche Zwecke würde auch die Menge an Antimaterie, die aktuelle Teilchenbeschleuniger herstellen können, nicht annähernd ausreichen.

Herstellung und Lagerung bereiten Kopfzerbrechen

Zu dem Problem der Produktion kommt die Frage der sicheren Lagerung. Käme der brisante Stoff mit der Wand eines Kanisters aus üblicher Materie in Berührung, täte das weder dem Kanister noch dessen Besitzer gut.

"High Performance Antimatter Trap" der Nasa: Falle für eine Billion Positronen
Positronics/ AFRL

"High Performance Antimatter Trap" der Nasa: Falle für eine Billion Positronen

Eine Variante, die laut Edwards bereits seit 1985 existiert, ist die so genannte Penning-Falle, die mit Magnetfeldern einen Kontakt zwischen Antiteilchen und der Wand des Behälters verhindert. Immerhin, so Edwards, könne eine von der Nasa konstruierte Penning-Falle eine Billion Positronen bei einem Energieniveau von 25 Kilovolt speichern.

Zudem versuchen Edwards und seine Kollegen, die Antiteilchen in eine stabile Daseinsform zu überführen, in der sie sich gegenseitig umkreisen. Das Ergebnis wäre ein so genanntes Positronium. Die Firma Positronics Research LLC unter Leitung von Gerald Smith, einem früheren Professor der University of Pennsylvania, hat laut "San Francisco Chronicle" von der Air Force 3,7 Millionen Dollar für die Positronium-Forschung erhalten. Laut Edwards handelt es sich dabei um den "weltweit ersten Versuch zur Lagerung großer Mengen von Positronium-Atomen in einem Laborexperiment". Ein Erfolg würde "die Tür zur Speicherung militärisch bedeutsamer Mengen von Positronium-Atomen öffnen".

Teleportation und Psychokinese

Das von unabhängigen Wissenschaftlern schon oft kritisierte Faible des US-Militärs für exotische Forschungsprojekte endet nicht bei der Antimaterie. Jüngst wurde bekannt, dass die US-Luftwaffe im August dieses Jahres auch die militärische Anwendung von Teleportation und Psychokinese prüfen ließ. Eine 25.000 Dollar teure Studie von Eric Davis, einem Physiker der Firma Warp Drive Metrics mit Sitz in Las Vegas, enthält unter anderem die Empfehlung, die Air Force möge in den kommenden fünf Jahren 7,5 Millionen Dollar für die Erforschung des Übersinnlichen ausgeben.

FermiLab in den USA: Teilchenbeschleuniger stellt nur winzige Mengen an Antimaterie bereit
Fermi National Accelerator Laboratory

FermiLab in den USA: Teilchenbeschleuniger stellt nur winzige Mengen an Antimaterie bereit

Davis unterteilt die Teleportation in fünf Klassen, vom Beamen à la "Star Trek" über psychische Teleportation bis hin zum Transport durch Paralleluniversen. Für theoretisch machbar hält Davis neben der Teleportation mittels Manipulationen der Raumzeit vor allem die psychische Teleportation, den "direkten Einfluss des Geistes auf die Materie". Telekinese etwa sei eine Unterart dieser "P-Teleportation". "Sollte sie bestätigt werden, wäre sie von großem potenziellen Wert für das Militär, die Geheimdienste und kommerzielle Anwendungen", meint Davis.

Mancher Wissenschaftler mag das lustig finden, anderen vergeht das Lachen angesichts der Kosten. "Das ist Physik für Spinner", erklärte Lawrence Krauss von der Case Western Reserve University, der bereits selbst in einem Buch mit dem Titel "The Physics of Star Trek" die theoretischen Grenzen der Teleportation ausgelotet hat. Davis vermische Ergebnisse seriöser Studien mit denen von unsinnigen Projekten, erklärte Krauss gegenüber der Tageszeitung "USA Today". Steven Aftergood von der Federation of American Scientists meinte süffisant, der Davis-Report "wirft Fragen über die wissenschaftliche Qualitätskontrolle bei der Air Force auf".

Die US-Luftwaffe distanzierte sich bereits vorsichtig von der Teleportations-Studie. Das Papier gebe lediglich die "Ansichten des Autors" wieder und nicht die offizielle Strategie der Air Force, hieß es in einer Stellungnahme. Man habe außerdem nicht vor, "für diesen Vertrag" weitere Mittel auszugeben.

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