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14.12.2004
 

Morbus Crohn

Darmwürmer vertilgen die Schmerzen

Eine neue Wurmtherapie kann Patienten mit der Darmkrankheit Morbus Crohn helfen. Laut einer Studie aus den USA lindert die Behandlung mit lebenden Eiern des Schweinepeitschenwurms die Symptome - und das angeblich ohne Nebenwirkungen.

Bandwurmeier: Ein verwandter Parasit kann gegen Morbus Crohn helfen
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CDC

Bandwurmeier: Ein verwandter Parasit kann gegen Morbus Crohn helfen

London - Alle drei Wochen mussten die 29 Morbus-Crohn-Patienten der University of Iowa tapfer sein: Sie schluckten ein Getränk mit 2500 Eiern des Schweinepeitschenwurms, damit sich der Parasit in ihrem Darm ansiedeln kann. Der Wurm sollte die Symptome ihrer unheilbaren Krankheit lindern - unter anderem Darmentzündung, Gesäßschmerz und Gewichtsverlust.

Nach 24 Wochen stellte sich der Erfolg ein: 23 der Testkandidaten sagten, es gehe ihnen besser, 21 hatten nach eigenen Angaben überhaupt keine Symptome mehr. Nur fünf hatten vor Ende der im Fachblatt "Gut" veröffentlichten Studie aufgegeben. Dabei waren die meisten Patienten vor der Therapie fast vier Jahre lang erfolglos mit Medikamenten behandelt worden.

Der Studie zufolge können die Würmer die Überreaktion des Immunsystems auf Darmbakterien, die für Morbus Crohn typisch ist und schmerzhafte Entzündung bewirkt, unterdrücken. Robert Summers, ein Autor der Studie, nannte seine Wurmtherapie daher "eine einzigartige, sichere und wirksame Alternative zur Crohn-Behandlung". Bisher werden die Symptome der Krankheit mit Diäten, das Immunsystem unterdrückenden Medikamenten und im schlimmsten Fall operativ behandelt.

Wurmbefall schützt vor Darmerkrankungen

Auf den Wurm gekommen sind die Forscher dank der Dritten Welt. Sie hatten beobachtet, dass in den Tropen und Subtropen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn sehr selten vorkommen. Dafür aber sind viele Menschen von Band-, Spul- und Fadenwürmern befallen, deren Eier in Lebensmitteln, Fäkalien und Tieren vorkommen. Daraus schlossen die Forscher, dass die Würmer vor Darmerkrankungen schützen.

Damit die Patienten künftig nicht an den Würmern statt an ihrer Krankheit leiden, wählten die Forscher den Schweineparasiten Trichuris Suis für ihr Experiment. Er löst anders als der gewöhnliche Bandwurm keine Krankheiten aus, besiedelt keine Körperteile außerhalb des Darms und ist noch dazu extrem kurzlebig. Daher halten die Forscher das Risiko einer dauerhaften Ansiedlung im Darm für gering. Und selbst wenn es so wäre - die Ansteckungsgefahr über Kot sei zu vernachlässigen.

Die Forscher wollen ihre Ergebnisse nun in einer umfassenderen Studie überprüfen. Ihr Wurmgetränk empfehlen sie aber schon jetzt, allein oder kombiniert mit Medikamenten.

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