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17.12.2004
 

US-Gesundheitsstudie

Übergewicht ist ansteckend

Je länger Einwanderer in den Vereinigten Staaten leben, desto eher erkranken sie an Fettleibigkeit. Forscher der Northwestern University in Chicago fanden heraus, dass Übergewicht anscheinend kulturell „ansteckend“ ist.

Fettleibigkeit: Das Leben in den USA lässt Einwanderer fett werden
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DPA

Fettleibigkeit: Das Leben in den USA lässt Einwanderer fett werden

Chicago - Nur acht Prozent aller Zuwanderer sind fettleibig, wenn sie kürzer als ein Jahr in den USA gelebt haben. 14 Jahre später sind es schon 19 Prozent - ein fast so hoher Anteil wie bei den gebürtigen Bewohnern der USA. Diesen erschreckenden Trend schildern die Forscher um Mita Sanghavi Goel im "Journal of the American Medical Association". Sie haben die Daten von über 32.000 Teilnehmern einer nationalen Gesundheitsbefragung aus dem Jahr 2000 ausgewertet - darunter 14 Prozent Zuwanderer.

Die Schlussfolgerung der Forscher: Übergewicht steckt an. Egal ob Weiße, Latinos oder Asiaten - jede Immigrantengruppe ist von dem Trend betroffen. Einzige Ausnahme: Schwarze aus dem Ausland. Allerdings war ihre Zahl nach Angabe der Forscher zu klein, um daraus statistisch relevante Schlüsse zu ziehen.

Der US-Lebensstil als Dickmacher?

Polster im Überfluss: 22 Prozent der gebürtigen US-Bürger sind fett
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AP

Polster im Überfluss: 22 Prozent der gebürtigen US-Bürger sind fett

Schuld an der Tendenz zum Fettsein könnte laut Angaben der Forscher die "kulturelle Annäherung an den US-Lebensstil und dessen Annahme" sein, zum Beispiel wenig Bewegung und die Ablehnung von Diäten. Auch die hohe Verbreitung von kalorienreichem Essen und arbeitserleichternder Technik halten die Forscher für schädlich. "Fettleibigkeit ist einer der größten Nebeneffekte von Technologie und einem Leben in Muße", fasst Co-Autorin Christina Wee zusammen.

Die Mediziner fordern eine bessere medizinische Versorgung. Die Zuwanderer müssten stärker über die Ernährung aufgeklärt und zu körperlicher Betätigung ermuntert werden. Allerdings könnten Sprachschwierigkeiten dabei ein Problem sein.

Seit den achtziger Jahren hat die Fettleibigkeit in den USA stark zugenommen. Inzwischen ist mehr als jeder Fünfte aller gebürtigen US-Amerikaner fett, jeder Dritte hat Übergewicht. Bisher waren viele Forscher davon ausgegangen, dass Immigranten gesünder leben. Studien hatten gezeigt, dass die Zuwanderer weniger rauchen, weniger Drogen nehmen und insgesamt ein längeres Leben führen. Die Fettleibigkeit hatten diese Studien allerdings nicht behandelt.

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