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23.12.2004
 

Digitales Phantombild

Junger Jesus hatte feminine Züge

Pünktlich zur Weihnachtszeit legt die italienische Polizei ein Phantombild von Jesus als Teenager vor. Als Vorlage diente das berühmte Turiner Grabtuch. Das Resultat: Ein digitaler Lockenkopf mit ziemlich femininen Zügen.

Phantombild: So sah Jesus vermutlich als Zwölfjähriger aus
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DPA

Phantombild: So sah Jesus vermutlich als Zwölfjähriger aus

Rom - Jesus hatte als Jugendlicher wahrscheinlich einen "heiteren Gesichtsausdruck" und leicht gelockte Haare - zumindest auf dem Phantombild, das die italienische Polizei jetzt erstellt hat. Polizeiexperten haben das Gesicht des Nazareners anhand des Abdrucks auf dem Turiner Grabtuch rekonstruiert.

Anschließend haben die Experten Jesus digital auf ein Alter von zwölf Jahren verjüngt, berichtet die Mailänder Zeitung "Corriere della Sera". Das Gesicht des jungen Jesus erinnere an Bilder von Dürer. "Wahrscheinlich hätte es auch Tizian gefallen", schreibt das Blatt.

Das über vier Meter lange und gut einen Meter breite Turiner Grabtuch zeigt der Überlieferung zufolge einen Abdruck vom Körper des gekreuzigten Jesu - inklusive Gesicht. Millionen Christen glauben, dass das Tuch echt ist. Allerdings wird über die Echtheit seit Jahrzehnten spekuliert. Eine Radiokarbon-Analyse ergab 1988, dass das Tuch aus dem Mittelalter stammt und damit eine Fälschung wäre.

Israelische Mikrobiologen kamen dagegen zu dem Schluss, dass das Gewebe des Tuches "fast sicher" aus der Zeit Christi stamme. Die Forscher hatten nach eigenen Angaben Pollen und Abdrücke von Pflanzen gefunden, die es nur im Nahen Osten zur Zeit Christi gegeben habe.

Ausgrabung an Wunderstätte

Zugleich berichten Archäologen von einer Ausgrabung am Jerusalemer Siloam-Becken, an dem Jesus der Bibel zufolge einem Blinden auf wundersame Weise das Augenlicht zurückgegeben haben soll. Wie die israelische Altertumsbehörde mitteilte, fanden die Forscher an dem Becken einen Versammlungsort mit einer Wasserzuleitung.

Zu Jesu Zeiten floss Wasser von der Gihonquelle in das bis heute erhaltene Siloam-Becken. Die Archäologen glauben nun, Hinweise darauf gefunden zu haben, dass das Becken eher für rituelle Zwecke als zur Wasserversorgung genutzt wurde.

"Wir haben es sehr genau anhand von Münzen datiert, die wir im Baumaterial des Beckens gefunden haben", sagte Roni Reich von der Universität von Haifa. Die ältesten Münzen stammten aus dem Jahrhundert vor Jesu Geburt. Zudem entdeckten die Forscher eine breite Treppe, die zum Versammlungsort hinunter führt. Ein enger Kanal soll Wasser durch den Fels geleitet haben.

Das Siloam-Becken, das seit dem 19. Jahrhundert archäologisch erforscht wird, kommt nicht nur im Neuen Testament, sondern auch in historischen Schriften des Judentums vor - als Quelle von Wasser, das zu rituellen Zwecken geeignet ist. Die Ausgrabungsstätte liegt in der Nähe der Altstadt Jerusalems.

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