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05.02.2005
 

Alterung

Schnelle Reflexe schenken langes Leben

Im Wilden Westen überlebte der Cowboy, der am schnellsten zog. Aber auch ohne Schießeisen sind flinke Reaktionen ein überraschend sicheres Indiz für ein langes Leben, wie schottische Wissenschaftler jetzt herausgefunden haben.

Gary Cooper als Gesetzeshüter im Western "High Noon": Wer schneller reagiert, lebt länger
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DPA

Gary Cooper als Gesetzeshüter im Western "High Noon": Wer schneller reagiert, lebt länger

In mehreren Langzeitstudien hatten Forscher einen seltsamen Zusammenhang entdeckt: Menschen mit einem hohen Intelligenzquotienten leben offenbar länger als weniger schlaue Zeitgenossen. "Wir wollten verstehen, warum das so ist", sagt Ian Deary von der University of Edinburgh. "Denn es gibt mehrere mögliche Erklärungen für diese Verbindung zwischen Intelligenz und Langlebigkeit."

Bei ihren Nachforschungen stießen Deary und sein Kollege Geoff Der vom Medical Research Council in Glasgow auf eine Überraschung: Noch besser als der IQ kann offenbar die Schnelligkeit der Reflexe die Lebenserwartung vorhersagen.

Intelligenztest und Reaktionsgeschwindigkeit

Die Mediziner hatten die Daten von 412 Männern und 486 Frauen analysiert, die 1988 an einer Reihe von Tests teilgenommen hatten. Die Probanden, damals zwischen 54 und 58 Jahre alt, ließen ihre Intelligenz und ihre Reaktionsgeschwindigkeit prüfen. Deary und Der kontrollierten, wer von den Versuchsteilnehmern noch am Leben war. 185 Probanden waren in der Zwischenzeit verstorben. Wie erwartet, befanden sich unter ihnen viele mit einem vergleichsweise niedrigen Intelligenzquotienten.

Noch deutlichere Hinweise auf die Lebenserwartung lieferten allerdings die Reflexe der Teilnehmer, wie die Wissenschaftler erstaunt feststellten. "Bisher hat keine Studie untersucht, ob ein so fundamentaler psychologischer Messwert wie die Reaktionszeit die Sterblichkeit vorhersagt", schreiben Deary und Der im Fachblatt "Psychological Science". Genau erklären können sie den Zusammenhang noch nicht.

Sie vermuten, dass lange Reaktionszeiten ein erster Hinweis auf Abbauprozesse im Körper sind, die mit der Zeit zum Tode führen. Doch vor einer endgültigen Erklärung seien weitere Forschungsarbeiten nötig. "Es wäre informativ zu untersuchen, ob Reaktionszeiten auch bei einer Gruppe jüngerer Probanden mit der Sterblichkeit verbunden sind", schreiben die Forscher.

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