Amerikanische Mediziner fürchten um die Gesundheit der US-Bürger, wenn Forschungsgelder weiterhin so verteilt werden wie in den vergangenen Jahren. In einem offenen Brief werfen die 700 Unterzeichner den National Institutes of Health (NIH) vor, die Erreger von Volksseuchen wie Tuberkulose und Syphilis aus den Augen zu verlieren. Die NIH, eine staatliche Institution, bewilligen die Forschungsgelder im Bereich Medizin.
In dem vom Fachmagazin "Science" veröffentlichten Brief heißt es, seit 2001 sei ein höherer zweistelliger Millionen-Dollar-Betrag aus der Erforschung weit verbreiteter Bakterien und Viren abgezogen worden, die die Gesundheit der US-Bevölkerung täglich neu bedrohten. In der gleichen Zeit seien Fördergelder für Studien zu Milzbrand- und anderen seltenen Krankheitserregern, die einmal bei einer Bioterrorattacke zum Einsatz kommen könnten, um das 15-fache erhöht worden.
Die Verlagerung der Mittel von hoher gesundheitlicher Wichtigkeit hin zu Projekten der Bioterrorabwehr mit geringer Bedeutung für die Gesundheit der Bürger zeuge von falschen Prioritäten bei den NIH.
Vertreter der Behörde wiesen die im Brief genannten Zahlen als irreführend zurück. Die NIH hätten mikrobiologische Forschung, die nichts mit Bioterror zu tun habe, nicht schlechter behandelt als andere Forschungsgebiete.
Die Protestaktion war von dem Molekularbiologen Richard Ebright von der Rutgers University (New Jersey) initiiert worden. Sie wird von den Nobelpreisträgern Sidney Altman, einem Molekularbiologen der Yale University, und dem Biochemiker Arthur Kronberg von der Stanford-University (Kalifornien) mit getragen.
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wissenschaft | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Mensch | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH