Yangon - Raubtiere können auch niedlich sein, zumindest wenn sie zwei Wochen alt und flauschig sind. Weniger niedlich war in diesem Fall die Mutter: Das bengalische Tigerweibchen Noah Noah hatte eines von drei Jungen ihres Wurfs getötet. Die Pfleger im Zoo von Yangon, der Hauptstadt des asiatischen Landes Myanmar, hatten keine Wahl: Sie nahmen der Mutter die beiden überlebenden Tigerbabys weg.
Allerdings mussten die Fellbündel weiterhin ernährt werden. Tierärzte verfielen daraufhin auf eine ungewöhnliche Idee, wie die halbstaatliche Zeitung "Myanmar Times" berichtet: Sie fanden eine Frau, die sich bereit erklärte, den Tigerbabys die Brust zu geben.
Hla Htay, Verwandte eines Zoo-Mitarbeiters und Mutter eines sieben Monate alten Babys, meldete sich freiwillig: "Sie taten mir leid, also habe ich mich entschieden, sie zu füttern", sagte die 40-Jährige. Allerdings reicht die Tierliebe auch bei ihr nicht über die Schmerzgrenze hinaus. Wenn die Tigerbabys Zähne bekommen, müssen sie auf die Brust der Aushilfsmutter verzichten und werden dann vollständig mit der Flasche ernährt.
Tierschützer dürften der Frau dankbar sein, denn bengalische Tiger sind vom Aussterben bedroht und in äußerst schwierig zu züchten. Die Jungen waren die ersten seit 16 Jahren, die im Zoo von Yangon zur Welt kamen. Im vergangenen Jahr richtete die Militärregierung von Myanmar, einem Nachbarstaat Thailands, das weltweit größte Tigerreservat ein, um die seltenen Raubkatzen zu schützen. Derzeit leben unterschiedlichen Schätzungen zufolge zwischen 3000 und 4500 Exemplare in freier Wildbahn.
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