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16.04.2005
 

Ausdauersport

Mediziner warnen vor Dauertrinken

Wer als Ausdauersportler zu viel Wasser trinkt, bekommt es mit Verwirrung, Krämpfen und Atemproblemen zu tun. Im Extremfall drohen gar Bewusstlosigkeit und Tod. Forscher haben jetzt 500 Marathonläufer beim Rennen untersucht - mit beunruhigenden Ergebnissen.

Marathonläufer: Zu viel Wasser kann gefährlich sein
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REUTERS

Marathonläufer: Zu viel Wasser kann gefährlich sein

Nicht nur Profis, auch Hobbysportler treiben ihre Körper bisweilen an die Grenzen der Leistungsfähigkeit. Zu viel Flüssigkeit kann dabei genauso gefährlich werden wie zu wenig, wie eine aktuelle Studie jetzt erneut gezeigt hat.

Das überschüssige Wasser kann den Salzgehalt der Körperflüssigkeiten verändern und so zu einem ernsthaften Natriummangel führen, ergab die Beobachtung von fast 500 Marathonläufern. Die Folgen können Verwirrung, Krämpfe, Atemprobleme, Bewusstlosigkeit und sogar der Tod sein. Um den Natriumverlust zu vermeiden, sollte jeder Läufer seinen Flüssigkeitsbedarf individuell bestimmen, schreiben Christopher Almond und seine Kollegen von der Harvard University im Fachblatt "New England Journal of Medicine" (Bd. 352, S. 1550).

Die Wissenschaftler bestimmten bei 488 Marathonläufern direkt nach einem Lauf den Natriumgehalt im Blut. Außerdem stellten sie die Teilnehmer vor dem Rennen und nach dem Zieleinlauf auf die Waage. Zusätzlich sollten die Läufer angeben, wie häufig sie während des Laufs die Toilette aufgesucht hatten.

Bei mehr als 13 Prozent der getesteten Sportler lag der Natriumgehalt des Blutes nach dem Lauf deutlich unterhalb des Normwertes, ergab die Auswertung. Bei drei der Freiwilligen fanden die Forscher sogar einen extremen Natriummangel. Am stärksten ausgeprägt war der Mangel bei Sportlern, die während des Laufs durch übermäßiges Trinken deutlich zugenommen hatten. Auch bei Teilnehmern mit erheblichem Über- oder Untergewicht war das Risiko für einen Natriummangel stark erhöht.

Um die Gefahr durch den Salzmangel zu vermeiden, sollte jeder Läufer sein Gewicht vor und nach einem Lauf bestimmen, empfiehlt der Mediziner Benjamin Levine in einem Kommentar. Eine deutliche Gewichtszunahme zeige, dass der Läufer mehr Flüssigkeit zu sich genommen als durch Anstrengung verloren habe. Freizeitläufer sollten daher nicht an allen Stationen während eines Marathons Pause machen und Wasser trinken, erklärt Levine.

Auch das Ausweichen auf Sportgetränke sei nur dann sinnvoll, wenn diese eine ausreichende Salzkonzentration enthalten. Viele der kommerziellen Fitnessdrinks sind jedoch mit zu wenig Salz versetzt und daher kaum besser als Wasser. Salzige Snacks während des Laufs können zusätzlich helfen, das Natriumgleichgewicht im Körper aufrecht zu erhalten. Auf keinen Fall sollten Sportler jedoch ganz auf das Trinken verzichten, denn nur bei einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr bleibt der Körper leistungsfähig.

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