Arthur Jensen hält nicht viel von Schwarzen: Sie seien dümmer als Weiße, glaubt er. Diese Dummheit gehe auch noch mit erhöhten Fortpflanzungsraten einher. Und diese ständige Fortpflanzerei bedrohe die Zukunft der USA: "Es wäre besser, wenn diese Leute nicht so viele Kinder bekämen, denn die Kinder entwickeln sich tendenziell genauso wie ihre Eltern", hat er einmal in einem Interview gesagt.
Jensen ist kein Vertreter einer rechtsradikalen Partei - der Mann lehrte an der Eliteuniversität Berkeley in Kalifornien und publiziert in renommierten Fachzeitschriften. Gemeinsam mit seinem Kollegen Philippe Rushton hat er eben wieder zugeschlagen: "Thirty years of research on race differences in cognitive ability" lautet der Titel einer Abhandlung, die in der Juni-Ausgabe des Fachblatts "Psychology, Public Policy, and Law" erscheinen wird - immerhin ein Organ der eher als liberal bekannten American Psychological Association (APA). Die Studie wird die immer wieder aufflammende Debatte um Rassismus in Psychologie und Sozialwissenschaften erneut anfachen. Jensen selbst hatte diese Debatte schon im Jahr 1969 mit einem Artikel im "Harvard Educational Review" angestoßen, in dem er genetische Intelligenzunterschiede zwischen Schwarz und Weiß postulierte.
Sind Schwarze dümmer als Weiße?
Der letzte große Streit um diese Behauptung brach im Jahr 1994 los. Damals veröffentlichten der inzwischen verstorbene Psychologe Richard Herrnstein und der Soziologe Charles Murray "The Bell Curve", zu deutsch "Die Glockenkurve". Der Titel spielt auf die Gaußsche Normalverteilung an, die auch die Verteilung von Intelligenz in einer großen Stichprobe beschreibt: Es gibt wenige sehr kluge und wenige sehr dumme Menschen, die meisten haben einen mittleren Intelligenzquotienten. Herrnsteins und Murrays These: Die Kurve für Schwarze ist eine andere als die für Weiße - der Mittelwert liegt niedriger.
Normalverteilung: Niedrigerer Mittelwert?
"Ein sozialdarwinistisches Traktat"
Die These von Herrnstein und Murray dagegen lautete: Der Unterschied ist genetisch bedingt. Die "New York Times" nannte das Buch "ein sozialdarwinistisches Traktat, das behauptet, schwarze Armut habe ihre Wurzeln in unterlegener Intelligenz". Die amerikanische Linke schäumte nach Erscheinen des Buches, zahllose entlarvende Gegenartikel und sogar Bücher wurden veröffentlicht. Sie zeigten, dass die Analyse von Herrnstein und Murray wissenschaftlichen Kriterien nicht standhält.
Die These in der neuen Studie von Jensen und Rushton ist abgemildert: Auch sie betrachten den messbaren IQ-Unterschied als erblich, allerdings nicht vollständig. 50 Prozent der Intelligenz eines Erwachsenen hänge auch von seiner Umwelt ab, also könnte wenigstens ein Teil der Rassenunterschiede durch entsprechendes Training ausgeglichen werden. Ostasiaten seien im Schnitt noch intelligenter als Weiße.
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