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04.05.2005
 

Geburtshilfe

US-Forscher halten Dammschnitt für gefährlich

Einen bei der Geburt häufig durchgeführten Eingriff, den sogenannten Dammschnitt, stellt eine neue Studie massiv in Frage. Die Operation sei nicht nur nutzlos, sondern auch mit zusätzlichen Risiken verbunden, so die Forscher.

Schwangere: Der Dammschnitt stellt ein Risiko dar
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DPA

Schwangere: Der Dammschnitt stellt ein Risiko dar

Auch in deutschen Krankenhäusern ist die Prozedur durchaus üblich: Vor der Geburt wird bei schwangeren Frauen häufig ein Dammschnitt durchgeführt, das heißt, es wird ein Einschnitt in das Gewebe am unteren Ende der Vaginalöffnung vorgenommen. Dadurch soll das Risiko reduziert werden, dass das Gewebe dort während des Geburtsvorganges unkontrolliert reißt.Außerdem soll die letzte Geburtsphase bei einem großen Kind so erleichtert werden.

Die Operation, die hierzulande nach Angaben des Bundes Deutscher Hebammen bei rund 60 Prozent der vaginalen Krankenhausgeburten durchgeführt wird, ist nach einer jetzt in den USA publizierten Studie nicht nur wenig hilfreich, sondern kann sogar das Risiko von Komplikationen erhöhen. Zu diesem Schluss kommt ein Forscherteam der University of North Carolina unter Leitung von Katherine Hartmann. Es wertete 45 Studien aus den vergangenen 50 Jahren aus. Im "Journal of the American Medical Association" (JAMA) berichten die Mediziner über ihre Ergebnisse.

"Die Untersuchungen zeigen klar: Es gibt keine Gründe für Routine-Dammschnitte, und sie sollten gestoppt werden", sagte Hartmann. Der Eingriff sollte nur zur Beschleunigung der Geburt erfolgen, wenn das Leben von Mutter oder Kind in Gefahr ist.

Risiken erhöht statt reduziert

Das Risiko eines Dammrisses werde durch einen Dammschnitt nicht reduziert, eher sei das Gegenteil der Fall. Die Wahrscheinlichkeit, dass Verletzungen genäht werden mussten, lag bei Frauen mit Dammschnitt 26 Prozent höher. Auch die Gefahr von Inkontinenz nach der Geburt wurde durch die Operation nicht geringer, die Gefahr von Fäkalinkontinenz in den ersten drei Monaten nach der Geburt verdoppelte sich bei Frauen mit Dammschnitt sogar. Der Anteil der Frauen, die nach der Geburt über Schmerzen beim Geschlechtsverkehr klagten, war bei Frauen mit Dammschnitt 53 Prozent höher.

Hartmann sagt, die US-Krankenhäuser hielten an dem Eingriff routinemäßig fest, obwohl der Nutzen seit geraumer Zeit in Studien in Frage gestellt werde. In den USA wird nach Schätzungen bei jeder dritten natürlichen Geburt ein Dammschnitt durchgeführt.

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