Sollte sich als wahr erweisen, was Silvia Gonzales von der Liverpool John Moores University und Matthew Bennett von der Bournemouth University behaupten, wäre es eine archäologische Sensation. Schon 2003 hätten sie in Mexiko rund 40.000 Jahre alte Fußabdrücke gefunden, erklärten die Forscher auf der "Summer Exhibition" der britischen Royal Society. Die Abdrücke, Hunderte an der Zahl, befinden sich demnach in einem stillgelegten Steinbruch unweit des mexikanischen Vulkans Cerro Toluquilla.
Die versteinerte Vulkanasche befinde sich am Ufer eines Sees. "Durch klimatische Schwankungen und den Ausbruch des Cerro Toluquilla hob und senkte sich der Wasserstand und legte eine Schicht Vulkanasche frei", beschreibt Gonzales. Die Fußabdrücke seien durch den Anstieg des Wasserstandes versteinert und jetzt hart wie Beton. Weitere Schichten von Vulkanasche und Sediment lagerten sich danach zwei bis drei Meter hoch über den Fußabdrücken ab. Im Zuge der Arbeiten im Steinbruch entfernte man diese Schichten und legte so die Abdrücke frei.
Ein internationales Forscherteam datierte die Abdrücke mit Hilfe moderner Massenspektrometer, Lumineszenz-Analysen und Radioaktivitätsmessungen. Das Ergebnis widerspricht der Schulmeinung, dass Menschen Nordamerika erst am Ende der letzten Eiszeit vor 13.500 Jahren besiedelt haben, indem sie von Asien über die zugefrorene Beringstraße nach Alaska kamen. Bisher konnten Archäologen erst aus der Zeit danach Zeichen einer Besiedlung finden - etwa Werkzeuge, deren Machart nach einer mexikanischen Stadt Clovis benannt ist.
"Die Existenz von 40.000 Jahre alten Fußabdrücken in Mexiko belegt, dass das 'Clovis First'-Modell für die Besiedlung Amerikas keineswegs das erstmalige Betreten des Kontinents durch Menschen berücksichtigt", sagt David Huddart von der Liverpool John Moores University. Die Forscher wollen ihre Ergebnisse demnächst im Fachmagazin "Quaternary Science Review" vorstellen.
Silvia Gonzales unterstreicht indes, dass die Entdeckung eine andere Theorie stützt: Die ersten Menschen auf amerikanischem Boden könnten über den pazifischen Ozean gereist und nicht zu Fuß über Alaska eingewandert sein. "Wir vermuten, dass es mehrere Besiedlungswellen in Amerika gab, zu unterschiedlichen Zeitpunkten und durch unterschiedliche Gruppen von Menschen", so Gonzales.
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