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03.08.2005
 

Doppelter Vierbeiner

Forscher klonen erstmals einen Hund

Zum ersten Mal ist es gelungen, einen Hund zu klonen. Das Team des südkoreanischen Gentechnik-Pioniers Hwang Woo Suk benutzte dieselbe Technik, die bereits bei der Erschaffung des Klonschafs "Dolly" zum Einsatz kam.

Klonhund "Snuppy" (rechts): Identische Kopie des Vaters
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DPA/ Nature

Klonhund "Snuppy" (rechts): Identische Kopie des Vaters

"Snuppy" jaulte am 24. April dieses Jahres zum ersten Mal. Der afghanische Windhund gleicht seinem dreijährigen Vater bis auf das kleinste Gen: Er hat die gleiche DNA. Der Vater war an der Zeugung jedoch nur indirekt beteiligt: Ihm wurden lediglich einige Hautzellen vom Ohr entnommen. Den Rest erledigte das Forscherteam von Hwang Woo Suk an der Seoul National University, das bereits mit dem erstmaligen Klonen eines menschlichen Embryos im Februar 2004 Schlagzeilen gemacht hatte.

Der Klon-Welpe "Snuppy" (Abkürzung für "Seoul National University Puppy") wurde von einer Labrador-Retriever-Hündin per Kaiserschnitt auf die Welt gebracht und aufgezogen. Inzwischen hat er sich nach Aussagen der Forscher gut entwickelt. "Er ist ein verspielter, gesunder, normaler, wilder Welpe", erklärte Gerald Schatten von der University of Pittsburgh. Das Forscherteam präsentierte "Puppy", den ersten Klon-Hund nun im Fachmagazin "Nature".

Mit "Snuppy" verlängert sich die Liste der geklonten Tiere: Nach dem Klonschaf "Dolly" hatten verschiedene Wissenschaftler weltweit bereits Mäuse, Kühe, Ziegen, Schweine, Kaninchen, Katzen, Maultiere, Pferde, Ratten und ein seltenes wildes Rind geklont.

"Dolly"-Technik führte zum Ziel

Das Forscherteam von Hwang Woo Suk verfolgte bei "Snuppy" dieselbe Strategie wie beim Klonschaf "Dolly", das vor neun Jahren in Schottland zur Welt gekommen war: Aus Eizellen werden die Kerne entfernt und durch die Zellkerne eines erwachsenen Tieres ersetzt. Die Eizellen werden dann chemisch oder elektrisch stimuliert, damit sie sich teilen. Ist die Zellteilung erst einmal in Gang, wächst das Ei in einer Nährlösung, bis es groß genug ist, um in eine Gebärmutter eingesetzt zu werden. Eine Ersatzmutter trägt den Embryo dann aus.

"Snuppy" mit Ersatzmutter: Von 123 Hündinnen nur drei Schwangerschaften
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DPA/ Nature

"Snuppy" mit Ersatzmutter: Von 123 Hündinnen nur drei Schwangerschaften

Das Klonen von Hunden stellte die Forscher bisher vor ein schwieriges Problem: Die noch unreifen Hunde-Eizellen werden außergewöhnlich früh vom Eierstock abgegeben und nisten sich in diesem Stadium für zwei bis drei Tage in einem besonderen Kanal ein. Die südkoreanischen Forscher spülten diesen Kanal vorsichtig aus und erhielten so genügend reife Eizellen.

1095 Embryos wurden anschließend in die Gebärmütter von 123 Hündinnen eingesetzt. Nur in drei Fällen kam es zur Schwangerschaft. Doch "Snuppys" Zwillingsgeschwister hatten kein Glück: In einem Fall kam es zu einer Fehlgeburt, der andere Welpe mit dem Namen NT-2 starb nach nur 22 Tagen an einer Lungenentzündung. Eine Autopsie konnte die Ursachen nicht erklären.

Oft haben geklonte Tiere eine geringe Lebenserwartung und sind anfällig für Krankheiten. Auch das Klonschaf "Dolly" musste 2003 im Alter von sechs Jahren wegen Arthritis am linken Hinterbein und einer unheilbaren Lungenkrankheit eingeschläfert werden. Eine Untersuchung hatte ergeben, dass vermutlich die Telomere in Dollys Erbgut verkürzt waren. Diese Chromosomen-Enden kontrollieren die Zellteilung und beeinflussen so den Alterungsprozess.

Auftrieb für kommerzielle Haustier-Kloner

Vor diesem Hintergrund könnte der Klonhund nun wieder Diskussionen um die ethische Rechtfertigung des Klonens auslösen. Während Artenschützer sich durch das Klonen die Rettung bedrohter Tierspezies erhoffen, sehen viele Forscher - darunter auch der wissenschaftliche Vater von "Dolly", Ian Wilmut - die Gefahren und beharren auf einem strikten Klonverbot für menschliche Zellen. "Das erfolgreiche Klonen von immer mehr Säugetieren vermittelt den Eindruck, dass es ohne Probleme möglich sei, auch Menschen zu klonen", sagte Wilmut.

Das geglückte Klonen eines Hundes gibt jedoch auch der Branche der kommerziellen Haustier-Klonung Auftrieb. In den USA werden für ein geklontes Haustier mitunter zehntausende Dollar gezahlt. Marktführer im Klon-Gewerbe ist die amerikanische Firma "Genetic Savings & Clone", die zuerst eine neun Wochen alte Katze auf Bestellung geklont hatte.

Die südkoreanischen Forscher distanzierten sich derweil von jeglicher kommerzieller Nutzung: "Unsere Ergebnisse sollen die Stammzellenforschung und die Medizin voranbringen. Wir wollen keine künstlichen Hunde herstellen", betonte Gerald Schatten.

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