Korfmann, der 1942 in Köln geboren wurde, war seit 1982 Professor des Instituts für Ur- und Frühgeschichte an der Universität Tübingen. Im Jahr 1988 erteilte ihm die türkische Regierung eine exklusive Grabungslizenz. Er legte mit seinem Team in den neunziger Jahren große Teile der Unterstadt Trojas und einen Teil der Grundmauern frei.
An seiner Position zu Troja schieden sich jedoch die Geister: Während viele Althistoriker die Bedeutung Trojas anzweifeln, vertrat Korfmann die These, dass die bronzezeitliche Stadt eine zentrale Rolle im Mittelmeerraum gespielt habe. In den Jahren 2001 und 2002 erreichte diese Debatte ihren Höhepunkt.
Korfmanns Grabungen entfachten die Begeisterung für den Mythos um Troja neu: 1996 erreichte der Archäologe, dass die türkische Regierung den Historischen Nationalpark Troja einrichtete. 1998 erklärte die Unesco die Stadt schließlich zum Weltkulturerbe. Auch die Ausstellung "Troja - Traum und Wirklichkeit" mit Schwerpunkt in Stuttgart geht auf Korfmanns Initiative zurück.
Manfred Korfmann ist am Donnerstag an einer schweren Krankheit im Kreise seiner Angehörigen gestorben.
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