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29.08.2005
 

BSE

Test weist Prionen im Blut nach

Ein neues Verfahren spürt infektiöse Prionen bereits im Blut auf. Die für BSE und die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit verantwortlichen Eiweiße werden dabei künstlich vervielfältigt. Prionen kommen im Blut nur in äußerst geringer Menge vor.

Prionen-Modell: Nachweis infektiöser Varianten im Blut geglückt
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UCSF

Prionen-Modell: Nachweis infektiöser Varianten im Blut geglückt

Die neue, automatisierte Technik funktioniere in fast 90 Prozent der Fälle und liefere keine fälschlicherweise positiven Ergebnisse, sagte Claudio Soto von der University of Texas in Galveston.

Zu den bekanntesten Prionenerkrankungen gehören die Creutzfeldt-Jakob beim Menschen und BSE bei Rindern. Verantwortlich dafür ist das sogenannte Prionprotein, PrP, das vor allem im Nervensystem und Gehirn zu finden und an sich harmlos ist. Verwandelt sich dieses Protein jedoch in die infektiöse Form PrPSc, richtet es große Schäden im Gehirn an und führt schließlich zum Tod.

Bislang war es kaum möglich, das infektiöse Prionprotein im Blut aufzuspüren und damit die Krankheit bereits in einem frühen Stadium zu diagnostizieren. BSE bei Rindern kann heute beispielsweise erst nach der Schlachtung nachgewiesen werden, da Hirngewebe benötigt wird.

Die Umwandlung in die krankmachende Form kann zufällig auftreten, genetische Ursachen haben oder durch Ansteckung ausgelöst werden - etwa durch infiziertes Fleisch, das PrPSc enthält. Auch eine Übertragung des infektiösen PrPSc durch Bluttransfusionen oder Organtransplantationen ist möglich.

Weil Prionen im Blut nur in äußerst geringen Mengen vorkommen, bedienten sich die US-Forscher eines Tricks: Sie vervielfältigten das im Blut vorhandene PrPSc und machten es dadurch nachweisbar. Sie erreichten dies durch die Zugabe von gesundem Prionprotein PrPc, das beim Kontakt mit der infektiösen Form ebenfalls zu PrPSc umgewandelt wird.

Die Wissenschaftler testeten die Methode an dem Blut von 18 mit Prionen infizierten Hamstern, die bereits klinische Symptome aufwiesen. Durch wiederholte Umwandlungszyklen konnte bei 16 der 18 Hamster das PrPSc nachgewiesen werden, berichtet das Team von Claudio Soto im Fachblatt "Nature Medicine". Im Blut gesunder Hamster seien dagegen keine Prionen gefunden worden.

Als nächster Schritt sei nun geplant, die Prionen im Blut von Tieren aufzuspüren, die noch keine Symptome zeigen. Nur so kann überhaupt abgeschätzt werden, wie weit sich die Prionenerkrankungen bereits ausgebreitet haben, da die Inkubationszeit beim Menschen bis zu 40 Jahre betragen kann. Zudem soll die neue Methode eine höhere Sicherheit von Fleisch, aber auch von Blutkonserven garantieren.

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