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19.10.2005
 

Vogelgrippe

Bundesweite Stallpflicht für Geflügel ab Samstag

Eilverordnung aus dem Verbraucherschutzministerium: Ab dem Wochenende muss Geflügel bundesweit in Ställen eingesperrt sein. Verstöße sollen mit bis zu 25.000 Euro geahndet werden. Zuvor waren neue Infektionen mit dem Vogelgrippe-Virus H5N1 in Russland festgestellt worden.

Berlin - Bundesverbraucherschutzminister Jürgen Trittin sagte, die Pflicht für eine strikte "Aufstallung" solle voraussichtlich am Freitag, spätestens jedoch am Samstag in Kraft treten. Die Maßnahme sei zuvor in einer Telefonkonferenz von Bund und Ländern festgelegt worden, nachdem ein Fall von Vogelgrippe des Typs H5N1 südlich von Moskau bestätigt worden sei.

Eingesperrtes Huhn im bayerischen Ort Baiern: Deutsches Geflügel bleibt ab Samstag im Stall
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DDP

Eingesperrtes Huhn im bayerischen Ort Baiern: Deutsches Geflügel bleibt ab Samstag im Stall

Dem Erlass zufolge muss bis zum 15. Dezember freilaufendes Geflügel weggesperrt werden. Wie Trittin weiter mitteilte, gibt es nach bisherigen Erkenntnissen in Deutschland noch keine erkrankten Vögel. Er begründete die Eil-Verordnung damit, dass zwischen der russischen Region und Deutschland direkter Vogelzug bestehe. Wo die Stallpflicht nicht möglich sei, müsse der Kontakt zwischen Haus- und Wildvögeln auf andere Art vermieden werden.

Der bayerische Umweltminister Werner Schnappauf forderte die Bundesregierung auf, mit der bundesweiten Stallpflicht für Hühner nicht bis zum Samstag zu warten. Der Agentur AP sagte der CSU-Politiker, Trittin solle die Maßnahme sofort in Kraft setzen. Schnappauf wies darauf hin, dass Bayern seinerseits die Stallpflicht bereits am Mittwoch landesweit in Kraft gesetzt hat.

Die Vogelgrippe hat sich in Russland offenbar weiter Richtung Westen ausgebreitet. In ersten Tests von Geflügelgewebe aus der Region Tula rund 220 Kilometer südlich von Moskau sei der gefährliche H5N1-Strang des Virus nachgewiesen worden, teilte das Agrarministerium mit. Derzeit werde die genetische Struktur des Virus untersucht und ob ein Zusammenhang mit der in Sibirien entdeckten Variante bestehe. Am Freitag hatte das Ministerium erklärt, rund 220 Vögel seien an Vogelgrippe in der Tula-Region gestorben. Die Region wurde unter Quarantäne gestellt. Bislang ist das Vogelgrippe-Virus in sechs Regionen Sibiriens, Ostrusslands und am Ural entdeckt worden.

Auch in Mazedonien werden seit heute Vögel geschlachtet, weil vermutet wird, dass sie sich mit dem Virus infiziert haben. Im Dorf Mogila unweit der Grenze zu Griechenland sind einige Tiere an einer Krankheit verendet, so dass als Vorsichtsmaßnahme in allen 500 Gehöften die Hennen, Gänse und andere Federtiere zur Keulung eingesammelt wurden. Die Dorfbewohner protestierten gegen die Maßnahmen. In Mazedonien ist bislang noch kein Fall von Vogelgrippe registriert worden. Nun werden Proben zur genauen Bestimmung an ein Labor in Großbritannien geschickt. Das teilte die Tiermedizinische Behörde in der Hauptstadt Skopje am Mittwoch mit.

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