Oxford - Schon lange hegen Mediziner den Verdacht, dass es für Schwangere nicht unbedingt ratsam ist, allzu viel Kaffee zu trinken. Dänische und amerikanische Forscher sehen diese Annahme nun durch ihre Untersuchung bestätigt. Das Team um Bodil Hammer Bech von der Universität Aarhus hat 88.000 schwangere Frauen nach ihrem Koffeinkonsum befragt und die Daten mit der Häufigkeit von Fehl- und Totgeburten in Beziehung gesetzt. Schwangere, die mehr als acht Tassen Kaffee am Tag trinken, tragen demnach ein 60 Prozent höheres Risiko einer Fehlgeburt als Abstinente.
Kaffetrinkerin: Hoher Konsum erhöht Risiko einer Fehlgeburt
Tranken die Frauen bis zu drei Tassen Kaffee pro Tag, lag das Risiko einer Fehlgeburt um drei Prozent höher als bei Frauen, die keinen Kaffee tranken. Bei 4 bis 7 Tassen kam es mit einer um 33 Prozent erhöhten Wahrscheinlichkeit zu einer Fehlgeburt. Für 8 und mehr Tassen pro Tag ergab sich sogar ein um 60 Prozent erhöhtes Risiko, schreiben Bech und seine Kollegen im Fachmagazin "American Journal of Epidemiology" (Bd. 162, S. 983).
Andere Studien hatten zuvor schon schädigende Wirkungen des Koffeins auf Ungeborene nahe gelegt. Doch gab es auch Untersuchungen, die keine Effekte aufzeigten. Deshalb betonen auch Bech und seine Kollegen, dass es noch zu früh sei für eine generelle Verurteilung des Kaffeegenusses während der Schwangerschaft. Die Wissenschaftler plädieren aber dafür, in weiteren Studien statt der Kaffeemenge gezielt die aufgenommene Koffeindosis zu bestimmen und auch weitere Substanzen im Kaffee, die neben dem Koffein ebenfalls biologisch aktiv sein könnten, zu berücksichtigen.
Dennoch sollten Frauen aus Vorsicht während der Schwangerschaft auf einen allzu hohen Kaffeekonsum verzichten, folgern die Forscher. "Kaffee ist kein lebensnotwendiges Getränk, und die Beschränkung auf drei Tassen während der Schwangerschaft ist nur eine geringfügige persönliche Verhaltensänderung", schreiben sie.
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