Ein südkoreanischer Mediziner, der mit Hwang zusammenarbeitet, sagte, er habe mehr als einem Dutzend Frauen Geld dafür bezahlt, dass sie ihre Eizellen für Forschungszwecke zur Verfügung stellten. Roh Sung-il, vom Mizmedi Hospital sagte, er habe aus eigener Tasche umgerechnet etwa 1200 Euro an jede von insgesamt 16 Eizellen-Spenderinnen bezahlt. Roh sprach von einer Art Aufwandsentschädigung. Diese Transaktionen sollen im Jahr 2002 stattgefunden haben.
Hwang Woo Suk: "Unethische Praktiken"?
Es habe nicht genügend freiwillige Spenderinnen gegeben, sagte Roh bei einer Pressekonferenz. Hwang habe aber nichts über die Zahlungen gewusst. Illegal waren diese 2002 noch nicht: Erst seit Januar 2005 gilt in Südkorea ein Gesetz, das den Handel mit Eizellen untersagt, weil er als unethisch gilt.
Erst vor kurzem hat der Stammzellforscher Gerald Schatten von der University of Pittsburgh die Zusammenarbeit mit Hwang beendet, nach eigenen Angaben wegen dessen "unethischen Praktiken". Schattens Rückzug aus der Kooperation stand im Zusammenhang mit Vorwürfen, nach denen Hwang Eizellen von einer Untergebenen in seinem Labor für seine Forschung benutzt haben soll.
Eizell-Spenden sollen den bioethischen Grundsätzen zufolge grundsätzlich freiwillig erfolgen - was kaum sicherzustellen wäre, wenn leitende Forscher Eizellen von Untergebenen akzeptierten.
Schatten sagte der "Washington Post", er habe Hwangs Beteuerungen geglaubt, ausschließlich freiwillige Spenden angenommen zu haben. Jetzt aber verfüge er über neue Informationen - und habe einsehen müssen, dass er belogen worden sei.
Hwang gilt in Südkorea bislang als eine Art Nationalheld. Tausende haben sich beworben, um an seinen Stammzellexperimenten teilzunehmen, die eines Tages Heilungsmöglichkeiten für Krankheiten wie Parkinson oder Alzheimer erbringen sollen.
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