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04.12.2005
 

Transplantation

Spender-Gesicht kam von einer Selbstmörderin

Das Spendergesicht, das in der weltweit ersten Transplantation dieser Art zur Restauration des Gesichtes der 38-jährigen Isabelle D. benutzt wurde, kam von einer Selbstmörderin. Werfen sich damit neue ethische Fragen rund um die weltweit beachtete Operation auf?

Das "Spendergesicht" in der weltweit ersten Gesichts-Transplantation kam von einer ebenfalls 38-jährigen Französin, die sich selbst erhängt hatte. Ihre Familie hatte der Transplantation zugestimmt.

Das könnte die Diskussion um den Eingriff erneut anfachen. Bereits unmittelbar nach Bekanntwerden der Operation hatten Kritiker Fragen nach Ethik und psychologischen Folgen gestellt. Kann man ein Gesicht wirklich einfach verpflanzen wie eine Niere, eine Leber, ein Herz? Wie wird ein Mensch damit fertig, das Gesicht eines anderen zu tragen?

Die Ärzte hatten mit der Operation einer Patientin geholfen, deren Gesicht durch den Angriff eines Hundes entstellt war. Isabelle D., die Empfängerin des Transplantats, war vor der Operation über die Quelle der Spende informiert worden. Ärzte hatten zuvor den Gehirntot der Spenderin attestiert.

In einem ersten öffentlichen Statement nach der Operation dankte sie der Spenderin und ihrer Familie "vom Grunde meines Herzens". Sie selbst, erzählte sie, habe vor rund sechs Monaten ebenfalls versucht, sich zu töten. Jetzt hoffe sie dank ihrer Gesichts-Restauration auf ein neues Leben.

Für die Empfängerin des Transplantats stellt sich die Frage nicht, wie sie mit dem Gesicht einer anderen leben könne. "Ich habe mir mein Gesicht im Spiegel angesehen", sagte sie. "Es war sehr beeindruckend."

So wenig, wie eine Hauttransplantation vom Oberschenkel zum Gesicht nach schweren Brandverletzungen die Gesichtszüge völlig verändern wird, dürfte sich Isabelle D. völlig verändert haben. Die neue Haut wurde teils auf Silikonkissen aufgelegt, die Isabelles alte Gesichtszüge wieder hervor bringen sollen.

Was bleibt, ist die psychologische Komponente. Psychologische "Nebenwirkungen" sind von allen Transplantationen her bekannt. Niemand, der das Herz eines anderen trägt, der sich nicht irgendwann einmal gefragt hätte, wer wohl "der andere" war.

So wie sie nach der Attacke durch den Hund ausgesehen habe, sagte Isabelle D. nach ihrer Operation, habe sie "nicht eine Sekunde" gezögert, als man ihr ein teilweise neues, was letztlich nur heißt restauriertes Gesicht angeboten habe. Isabell D.: "Die Ärzte haben mir mein Gesicht zurückgegeben."

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