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14.12.2005
 

Gentechnik

Zweifel an Klon-Pionier wachsen

Der US-Partner des Klon-Pioniers Hwang Woo Suk will mit dessen spektakulärere Klon-Studien nichts mehr zu tun haben. Gleichzeitig fordern acht prominente Wissenschaftler, die Arbeiten des Südkoreaners von unanhängiger Stelle überprüfen zu lassen.

Die Diskussion über den südkoreanischen Genforscher Hwang Woo Suk wird immer verworrener. Erst war publik geworden, dass einige Fotos aus dem Magazin "Science", die eigentlich elf verschiedene geklonte Embryos zeigen sollten, identisch waren. Das renommierte Wissenschaftsmagazin gestand den Fehler ein. Man habe die falschen Bilddateien übermittelt bekommen, hieß es. An der Arbeit selbst gebe es aber keine Zweifel.

Klon-Pionier Hwang: Held oder Hochstapler?
REUTERS

Klon-Pionier Hwang: Held oder Hochstapler?

Jetzt hat sich der Klonexperte Gerald Schatten von Hwangs Arbeit distanziert. Der Wissenschaftler von der University of Pittsburgh hatte die umstrittene Klonstudie im Mai 2005 gemeinsam mit dem Südkoreaner und weiteren Kollegen veröffentlicht, will jetzt aber nichts mehr mit dem Artikel zu tun haben. In einen Brief an "Science" verlangte er, dass sein Name nachträglich von der Autorenliste gestrichen wird.

Schatten wirft Hwang vor, Teile der Studie manipuliert zu haben. Etliche Daten sähen "zu gut aus, um wahr sein zu können", schrieb Schatten. Er habe "ernsthafte Zweifel" an der Seriosität der Arbeit. "Am Wochenende habe ich Hinweise von einem an den Experimenten Beteiligten erhalten, das gewisse Teile des Berichts gefälscht sind."

Das Magazin "Science" wies das Ansinnen Schattens zurück. Kein Autor, der bei der Abgabe des Artikels sein volles Vertrauen in dessen Inhalt erklärt hatte, könne seinen Namen nach der Publikation einseitig zurückziehen. Es gebe keine Hinweise darauf, dass Hwangs Arbeit "auf irgendeine Weise gefälscht oder fragwürdig" sei. Die übrigen Mitautoren der umstritten Studie lehnte es nach einem Bericht der "New York Times" ab, das Papier zurückzuziehen.

Hwangs Gruppe hatte nach eigenen Angaben vom Mai erstmals Stammzellen aus geklonten menschlichen Embryos isoliert. Die Forscher hoffen, so eines Tages gezielte Stammzell-Therapien für schwerkranke Menschen entwickeln zu können. Es seien elf Stammzelllinien von elf geklonten Embryos gewonnen worden, hatten die Forscher berichtet.

In der Wissenschaftsgemeinde rumort es mittlerweile, nicht zuletzt deshalb, weil Hwang bei seinen Experimenten auch Eizellen von Mitarbeiterinnen verwendet hatte, was ethisch umstritten ist. Als dies Mitte November bekannt wurde, distanzierte sich Schatten erstmals öffentlich von seinem Partner. Hwang trat danach von allen seinen Ämtern zurück.

Die Zweifel an Hwangs Arbeit könnten sich zu einem großen Wissenschaftsskandal entwickeln, wenn sie sich bewahrheiten sollten. Acht renommierte Stammzellforscher fordern deshalb eine unabhängige Untersuchung der Studien Hwangs. Dieser hatte selbst eine Expertenkommission beauftragt, seine Arbeit zu überprüfen, nachdem Zweifel an ihren Ergebnissen laut geworden waren. Die Untersuchungen sollen Fachleute der Nationaluniversität von Seoul leiten, an der Hwang selber arbeitet.

Die offenen Fragen müssten innerhalb der Wissenschaftlergemeinde und nicht in der Presse geklärt werden, verlangen Keith Campbell von der University of Nottingham und seine Kollegen in einem offenen Brief an "Science". Die Autoren der Studie sollten unabhängige Tests mit den betroffenen Zelllinien ermöglichen.

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