Seoul - Eine neunköpfige Untersuchungskommission der Nationaluniversität in Seoul kommt in einem Zwischenbericht zu dem Ergebnis, das Hwang die im Mai veröffentlichten Ergebnisse seiner Aufsehen erregenden Stammzellenforschung weitgehend gefälscht hat. Bei mindestens neun der elf Stammzellenlinien, die er geklont haben will, seien die Daten vorsätzlich manipuliert worden, teilte der Ausschuss mit. Er bestätigte damit frühere Angaben eines Kollegen von Hwang, Roh Sung Il. Roh war Mitautor der Studie, die im Mai dieses Jahres im renommierten Magazin "Science" erschienen war.
Zwei Stammzelllinien hätten zum Stichtag 15. März existiert, als die wissenschaftliche Arbeit vorgelegt worden sei. Hwang hatte behauptet, elf identische Stammzellenlinien produziert zu haben. Die Überprüfung der Arbeiten von Hwang habe ergeben, dass es sich nicht um einfache Fehler, sondern um absichtliche Manipulationen gehandelt habe, hieß es im vorläufigen Untersuchungsbericht. In einer ersten Reaktion vor Journalisten entschuldigte sich Hwang und gab den Rücktritt von seiner Professur an der Uni in Seoul bekannt.
Hwang und sein Team hatten erklärt, die Stammzellenlinien aus geklonten menschlichen Zellen gewonnen zu haben. Die Erzeugung von geklonten Stammzellen mit dem Erbgut kranker Menschen wurde als ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einer therapeutischen Anwendung des Klonens bewertet.
Die Nationaluniversität in Seoul, an der Hwang arbeitet, hatte eine Expertenkommission zur Untersuchung von Hwangs Stammzellforschung eingesetzt. Der Wissenschaftler, der bereits im November wegen der Verwendung umstrittener Stammzellspenden in die Kritik geraten war, hatte selbst um die Überprüfung gebeten.
Hwangs Ex-Kollege Roh hatte im koreanischen Fernsehen behauptet, dass es sich bei neun der elf in "Science" beschriebenen Stammzellkulturen um Fälschungen gehandelt habe. Die Echtheit der beiden anderen sei zweifelhaft, sagte Roh vom MizMedi-Krankenhaus, das Hwangs Team mit Eizellspenden versorgt hatte. Hwang selbst habe ihm gegenüber die Manipulation von Daten für die Publikation in "Science" eingestanden.
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