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07.01.2006
 

Vogelgrippe

WHO bestätigt H5N1-Todesfälle in der Türkei

Aus dem Verdacht wurde Gewissheit: Zwei der an Vogelgrippe gestorbenen Kinder in der Türkei sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) dem gefährlichen H5N1-Virus zum Opfer gefallen.

Das von der WHO beauftragte Labor in Großbritannien habe dies bestätigt, teilte die Organisation am Samstag mit. Ein 14 Jahre alter Junge war am Sonntag im Krankenhaus Van im Osten der Türkei an der Vogelgrippe gestorben. Seine 15 Jahre alte Schwester erlag der Krankheit am Mittwoch. Proben eines verstorbenen dritten Geschwisterkindes sowie eines erkrankten sechsjährigen Bruders würden noch auf den Virustyp untersucht, hieß es. Mit dem Nachweis des H5N1-Virus bei den beiden türkischen Geschwistern wurde der gefährliche Erreger zum ersten Mal bei Menschen außerhalb Südostasiens festgestellt, wo es schon mehr als 70 Todesfälle gab.

Vogelgrippe-Bekämpfung: Im Osten der Türkei wird alles Geflügel eingesammelt und gekeult
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REUTERS

Vogelgrippe-Bekämpfung: Im Osten der Türkei wird alles Geflügel eingesammelt und gekeult

Die türkischen Gesundheitsbehörden meldeten unterdessen zwei weitere Verdachtsfälle aus demselben Krankenhaus in Van. Ein sechsjähriger Junge und ein achtjähriges Mädchen seien bei ersten Untersuchungen positiv auf das Vogelgrippe-Virus getestet worden. Ihr Zustand sei kritisch.

Die WHO untersucht laut Sprecherin Cheng noch, ob die Krankheit womöglich von Mensch zu Mensch übertragen wurde. Der türkische Gesundheitsminister Recep Akdag erklärte allerdings, seine Behörden gingen derzeit nicht davon aus.

In Istanbul wurde eine siebenköpfige Familie mit Verdacht auf Vogelgrippe in eine Klinik eingeliefert. Die Familie war aus der Osttürkei in die westliche Stadt Yalova gereist und alle Mitglieder hatten dort offenbar Grippe-Symptome entwickelt. Sie wurden in ein Krankenhaus in Istanbul eingeliefert. Die Menschen gaben an, sie seien krank geworden, nachdem sie im Osten des Landes ein erkranktes Huhn verspeist hatten. Fünf der Betroffenen sind Kinder.

Insgesamt ist die Zahl der Verdachtsfälle in der Türkei bis Samstag auf 32 gestiegen. Allein in Van liegen 19 Kranke mit Verdacht auf Vogelgrippe im Krankenhaus, fünf in Diyarbakir und sieben in Istanbul. Die Regierung verbot bis auf weiteres landesweit die Jagd auf Vögel. Zur Begründung hieß es, das Virus habe sich auf mehrere Städte ausgeweitet.

In der Ortschaft Dagdalen nahe Dogubayazit, dem Heimatort der drei gestorbenen Geschwister, forderten Bewohner vor einem Gebäude des Landwirtschaftsministeriums Hilfe bei der Tötung ihrer Hühner. "Wir haben kranke Hühner, wir können sie nicht anfassen", sagte Ortsvorsteher Hasan Celik. "Niemand kommt."

Die Vogelgrippe

Virus

DDP
Die Vogelgrippe, auch als Aviäre Influenza bekannt, ist eine hochansteckende Viruskrankheit und befällt vor allem Hühner und Puten, aber auch Wildvögel, Fasane und Perlhühner. Der Virusstamm H5N1 ist eine besonders aggressive Variante, die bei 80 bis 100 Prozent der erkrankten Tiere innerhalb weniger Tage zum Tod führt. In seltenen Fällen können sich auch Menschen anstecken. Weltweit wurden bisher über 300 solcher Fälle festgestellt, die meisten in Asien. Fast 200 Menschen starben. Die meisten hatten beruflich mit Geflügel zu tun.

Übertragen wird die Seuche von Tier zu Tier durch direkte Berührung, über Kot, Speichel und Tränenflüssigkeit oder über Kontakt mit infiziertem Material wie Transportkisten oder Eierkartons. Bei starker Staubentwicklung ist auch eine indirekte Ansteckung über die Luft möglich.

Symptome

Gefahr für Menschen

Behandlung

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