Männer brauchen nach dem Geschlechtsverkehr in aller Regel eine Erholungspause, hinzu kommt ein Gefühl von tiefer Entspannung. Forscher aus Großbritannien und der Schweiz haben nun Hinweise dafür gefunden, dass beides zusammenhängt.
Nach dem Höhepunkt schießen große Mengen Prolaktin ins Blut, und zwar sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Das Hormon hemmt die Wirkung des Botenstoffs Dopamin, der mit sexueller Erregung in Verbindung steht, schreiben Stuart Brody von der University of Paisley und Tillmann Krüger von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich im Fachblatt "Biological Psychology" (Ausg. 71, S. 312).
Die Forscher haben die Ergebnisse dreier früherer Untersuchungen ausgewertet. Die Männer und Frauen, die an den Studien teilgenommen hatten, sahen sich zunächst erotische Filme an. Anschließend hatten sie entweder Geschlechtsverkehr oder befriedigten sich selbst - alles natürlich unter streng kontrollierten Laborbedingungen.
Beim Vergleich der Prolaktinwerte der Probanden erlebten Brody und Krüger eine Überraschung: Im Blut der Männer und Frauen, die miteinander Sex hatten, sei der Anstieg des Prolaktinwerts um 400 Prozent stärker ausgefallen als bei den Teilnehmern, die sich selbst befriedigt hätten.
Das Ausmaß des Prolaktin-Anstiegs könne durchaus als "neurohormoneller Index der sexuellen Befriedigung" benutzt werden, so die eher trockene Formulierung der Wissenschaftler. Denkbar sei aber auch eine Anwendung der Ergebnisse in der Therapie von Impotenz, denn erhöhte Prolaktinwerte seien auch bei Männern mit erektiler Dysfunktion beobachtet worden.
mbe
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