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17.03.2006
 

Seuche

Vogelgrippe in Israel - fünf Menschen in Klinik

Das Vogelgrippe-Virus H5N1 hat Israel erreicht. Fünf Menschen, die Kontakt zu infiziertem Geflügel hatten, wurden ins Krankenhaus eingeliefert. Die Europäische Union verhängte ein Importverbot für Geflügelprodukte aus Israel.

Jerusalem/Brüssel/Berlin - Das gefährliche Vogelgrippevirus H5N1 hat nun auch Israel erreicht. Vier Israelis und ein thailändischer Geflügelfarmarbeiter wurden am heutigen Freitag mit Verdacht auf eine Infektion in das Krankenhaus der Stadt Beersheva in der Negev-Wüste eingeliefert.

Tote Truthähne in Südisrael: Fünf Menschen mit Verdacht auf Vogelgrippe-Infektion im Krankenhaus
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AFP

Tote Truthähne in Südisrael: Fünf Menschen mit Verdacht auf Vogelgrippe-Infektion im Krankenhaus

Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums war die Vogelgrippe auf Geflügelfarmen im Süden Israels ausgebrochen. In zwei Kibbuzen waren etwa 11.000 Puten verendet. In den kommenden Tagen könnten 300.000 Tiere notgeschlachtet werden.

Die israelischen Behörden stellten die betroffenen Geflügelfarmen unter Quarantäne und richteten im Umkreis von sieben Kilometern um insgesamt vier Kibbuze an der Grenze zum Gazastreifen Sperrbezirke ein. Auch im Kibbuz Nakschon bei Jerusalem wurde offenbar an Vogelgrippe erkranktes Geflügel entdeckt. Israels Chefveterinär Mosche Haimowitsch teilte mit, man habe in den Niederlanden vorsorglich vier Millionen Impfpackungen bestellt.

Die EU-Kommission beschloss umgehend ein Einfuhrverbot für Lebendgeflügel, Geflügelfleisch, Eier und Geflügelprodukte aus israelischer Erzeugung. Offen bleiben die EU-Grenzen nach Angaben der Brüsseler Behörde nur für Erzeugnisse, die hitzebehandelt wurden oder von Tieren stammen, die vor dem 15. Februar geschlachtet wurden. Über die Verhängung weiterer Restriktionen sollen die EU-Veterinäre am kommenden Dienstag beraten.

Grünen-Kampagne gegen Käfighaltung

Die Grünen wollen unterdessen eine Wiedereinführung der Käfighaltung von Legehennen in Deutschland verhindern. Laut Bärbel Höhn, Vorsitzende des Verbraucherausschusses des Bundestags, wollen Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern im Bundesrat die Zulassung sogenannter Kleinvolieren mit einer Höhe von rund 50 Zentimetern und einer Fläche von maximal 850 Quadratzentimetern pro Huhn beantragen.

Die Vogelgrippe

Virus

DDP
Die Vogelgrippe, auch als Aviäre Influenza bekannt, ist eine hochansteckende Viruskrankheit und befällt vor allem Hühner und Puten, aber auch Wildvögel, Fasane und Perlhühner. Der Virusstamm H5N1 ist eine besonders aggressive Variante, die bei 80 bis 100 Prozent der erkrankten Tiere innerhalb weniger Tage zum Tod führt. In seltenen Fällen können sich auch Menschen anstecken. Weltweit wurden bisher über 300 solcher Fälle festgestellt, die meisten in Asien. Fast 200 Menschen starben. Die meisten hatten beruflich mit Geflügel zu tun.

Übertragen wird die Seuche von Tier zu Tier durch direkte Berührung, über Kot, Speichel und Tränenflüssigkeit oder über Kontakt mit infiziertem Material wie Transportkisten oder Eierkartons. Bei starker Staubentwicklung ist auch eine indirekte Ansteckung über die Luft möglich.

Symptome

Gefahr für Menschen

Behandlung

Nach geltendem Recht müssen die herkömmlichen Käfige mit einer Fläche von 750 Quadratzentimetern - etwas mehr als ein DIN-A4-Blatt - pro Huhn zum Ende dieses Jahres abgeschafft werden. Ab 2007 sollte es in Deutschland nur noch Legehennen in großen Volieren, in Boden- oder Freilandhaltung geben. Doch mit dem Drei-Länder-Vorstoß soll dieses Verbot aufgeweicht werden. Der Bundesrat will darüber am 7. April beraten.

"Diese 50 Zentimeter, die sind wirklich nicht geeignet zum Fliegen", sagte Höhn. In einem Bundestagsantrag fordert ihre Fraktion, am Verbot der Käfighaltung von Legehennen ab 2007 festzuhalten. Mit einer Internet-Kampagne werben die Grünen darüber hinaus für die artgerechte Haltung von Hühnern.

mbe/AFP/AP

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