Mit dem Aidserreger HIV haben sich 2005 mehr Deutsche angesteckt als im Jahr zuvor. Damit hält die stete Zunahme der Infektionen seit 2002 an. Das entspreche einem Anstieg der Neuinfektionen von 13 Prozent, teilte das Berliner Robert-Koch-Institut (RKI) mit. Acht von zehn Neuinfizierten seien Männer.
In Deutschland sind vor allem homosexuelle Männer von HIV-Infektionen betroffen. Anteilig ist der Anstieg bei Heterosexuellen jedoch stärker. Hier kletterte die Zahl der Neuinfektionen um 25 Prozent - von 276 Fällen im Jahr 2004 auf 344 im vergangenen Jahr. Bei Drogensüchtigen und Menschen aus Ländern mit hohem Aidsrisiko haben sich die Zahlen laut RKI hingegen kaum geändert.
Umgerechnet auf 100.000 Einwohner liegt die Zahl der Neuinfektionen bei 3,02. Im Jahr 2001 waren es nur 1,75 neu diagnostizierte HIV-Fälle.
Ausgebrochen ist Aids im Jahr 2005 schätzungsweise bei 700 bis 800 Menschen in Deutschland. Seit 1982 sind den Meldezahlen zufolge 13.349 Deutsche an Aids gestorben, das sind rund 55 Prozent aller registrierten Fälle. Weltweit sind bislang rund 25 Millionen Menschen der Immunschwächekrankheit zum Opfer gefallen, wie die Uno in ihrem Welt-Aids-Bericht 2006 mitteilte.
Mehr Kondome stimmen optimistisch
Optimistisch stimmt eine Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Köln, der zufolge der Absatz und der Gebrauch von Kondomen 2005 zugenommen hat. Das könnte die Zunahme der Neuinfektionen zukünftig etwas abschwächen, so die Studie. Die BZgA ist der Auftraggeber der "Mach's mit"-Kampagne.
Vor allem zu Beginn einer neuen Beziehung würden wieder vermehrt Kondome benutzt, teilte das BZgA mit. Der Studie zufolge ist der Anteil der Kondombenutzer unter den Singles unter 45 Jahren zwischen 2004 und 2005 von 70 auf 75 Prozent gestiegen.
stx/dpa
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