Auf den ersten Blick ist an dem Satz "Könnte ich nur aussehen wie Britney Spears!" nichts einzuwenden - auch wenn der Wunsch selbst zweifelhaft sein mag. Erstaunliches fand aber der Neurowissenschaftler Jos van Berkum von der Universität Amsterdam im Experiment heraus. Er hatte eben diesen Satz von einem Mann auf Band sprechen lassen und dann Versuchspersonen vorgespielt, deren Gehirnwellen er mittels Elektroenzephalographie (EEG) aufzeichnete.
Just in jenem Moment, da die männliche Stimme den Namen der US-amerikanischen Popsängerin ("Ooops, I did it again") aussprach, zeigte sich auf dem EEG der Probanden eine bemerkenswerte Zacke. Bei ähnlichen Hörschnipseln war es genauso.
Berkum untersuchte aber nicht nur Reaktionen auf Sätze, bei denen Sprecher und Inhalt nicht so recht zusammenpassten. Er spielte seinen Versuchspersonen auch Aussagen vor, die schlichten Unsinn enthielten, etwa: "Du wäschst Deine Hände mit Pferd und Wasser."
Auf einer Tagung europäischer Neurowissenschaftler in Wien berichtete Berkum seinen Kollegen, dass die beiden unterschiedlichen Sorten von Irritationen für dieselben charakteristischen Zacken auf den EEG sorgten. Sie zeigten an, dass irgendetwas der Erwartung des Zuhörers widerspreche, sagt Berkum. Bisher habe man angenommen, dass das Gehirn die Bedeutung von Sprache zunächst vor allem aus den Wörtern eines Satzes ableitet. Die neuen Ergebnisse zeigten jedoch, dass die Identität des Sprechers dabei von Anfang an genauso wichtig sei, sagt van Berkum.
Die Information, wer spreche, werde sehr schnell berücksichtigt: Bei einer unerwarteten Identität des Sprechers reagierten die Probanden innerhalb von 200 bis 300 Millisekunden.
stx/ddp
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