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18.07.2006
 

Funk-Chips im OP

Ich bin ein Tupfer, hol mich hier raus

In einer Operationswunde vergessene Tupfer und Instrumente sind ein Alptraum, für Mediziner wie für Patienten. Nun sollen Mikrochips helfen, im Körper zurückgelassene Gegenstände aufzuspüren.

Das Piepsen an der Kaufhauskasse hat jeder schon einmal gehört. Ein zurückgebliebener Chip im eben gekauften - oder geklauten - Kleidungsstück meldet an eine unsichtbare Schranke, dass da etwas den Laden verlässt, was möglicherweise besser an Ort und Stelle bleiben sollte. In naher Zukunft sollen die Chips sogar melden können, um welches Produkt es sich da handelt und so schließlich vollautomatische Supermarktkassen möglich machen. Nun sollen ähnliche Chips helfen, ein altes und beunruhigendes medizinisches Problem zu lösen: im Körper von Patienten vergessene Instrumente oder Tupfer.

OP-Team: Alptraum vergessener Tupfer
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DDP

OP-Team: Alptraum vergessener Tupfer

Studien zufolge bleiben bei einer von 10.000 Operationen Gegenstände im Körper der Patienten zurück. In zwei Drittel der Fälle handelt es sich dabei um Mulltupfer. Diese Tupfer können jahrzehntelang unentdeckt im Körper der Patienten bleiben, ohne Probleme zu verursachen, können jedoch auch zu Abszessen, Blutvergiftungen und Tumoren führen.

In vielen Krankenhäusern zählen die medizinische Teams daher alle Operationsutensilien vor und nach dem Eingriff und auch während der Arbeit. Einen fehlenden blutgetränkten Tupfer jedoch im Bauchraum wiederzufinden, kann zu einer nervenaufreibenden Aufgabe werden.

Alex Macario von der Stanford University und seine Kollegen testeten im Operationssaal nun erstmals sogenannte RFID-Chips, die dieses Problem in Zukunft beheben könnten. In der Fachzeitschrift "Archives of Surgery" berichten die Forscher, ein entsprechendes Detektionsgerät hätte im Schnitt drei Sekunden gebraucht, um einen per Chip markierten Tupfer im Bauchraum eines Chirurgiepatienten am Ende einer Operation wiederzufinden.

Für die Studie verwendeten Macario und sein Team Mulltupfer, denen Chips angeheftet waren. Ein Chirurg versteckte jeweils am Ende einer Operation einen oder zwei Tupfer am Ort des chirurgischen Eingriffs, ein anderer Arzt benutzte einen speziellen Scanner, um die Tupfer aufzuspüren.

Die Forscher um Macario halten daher die Chips für eine effektive Methode, um Operationen sicherer zu machen. Die Schwierigkeit bestehe jedoch darin, dass die Chips medizinische Instrumente stören könnten und für manche Operationsutensilien noch zu groß sind. Ein weiteres Problem dürfte beim augenblicklichen Stand der Entwicklung der Preis sein: Der Wissenschaftsdienst "Science Now" berichtet, allein in den USA werden im Jahr etwa zwei Milliarden Operationstupfer verbraucht. Die Chips müssten also ausgesprochen billig sein, damit ihr Einsatz bezahlbar wird.

cis/ddp

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