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22.08.2006
 

Gendatenbank

500.000 Briten sollen DNA-Proben abgeben

Eine halbe Million Briten sollen ab Ende 2006 ihre Erbsubstanz einer Gendatenbank zur Verfügung stellen, so die Pläne des Projekts "UK Biobank". Für 90 Millionen Euro werden dann genetische Ursachen von Krebs, Alzheimer und Co. gesucht.

Es soll das größte medizinische Experiment der Welt werden: 500.000 Briten sollen freiwillig ihre Erbsubstanz für eine neue Gendatenbank zur Verfügung stellen, damit Wissenschaftler den genetischen Ursachen von tödlichen Krankheiten wie Alzheimer, Diabetes und Krebs auf die Spur kommen. Am heutigen Dienstag wurde für das Projekt "UK Biobank" grünes Licht gegeben.

DNA Sequenz-Analyser: Gendatenbank soll Krankheitsursachen finden
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DPA

DNA Sequenz-Analyser: Gendatenbank soll Krankheitsursachen finden

Nach einer dreimonatigen Pilot-Phase mit 3800 Probanden aus Manchester könne das Projekt nun auf ganz Großbritannien ausgeweitet werden, erklärten die daran beteiligten Wissenschaftler. Ende 2006 soll die Massenuntersuchung beginnen.

Von da an wollen Ärzte vier Jahre lang Blut- und Urinproben von rund einer halben Million Briten sammeln, die zwischen 40 bis 69 Jahre alt sind. Über einen Zeitraum von 30 Jahren soll die Gesundheit der Probanden dokumentiert werden, heißt es auf der Homepage der "UK Biobank". Die Teilnahme an dem Projekt sei freiwillig.

"In einigen Jahrzehnten kann die UK Biobank Wissenschaftler aus der ganzen Welt unterstützten - mit entscheidenden Erkenntnissen über einige der gefährlichsten Krankheiten im mittleren und höheren Alter", gibt sich Rory Collins, der wissenschaftliche Leiter des Projekts, zuversichtlich.

Manche Experten optimistisch, andere skeptisch

Die Wissenschaftler glauben daran, dass sich dann Vorbeugung, Diagnose und Therapie der von ihnen untersuchten Krankheiten verbessern lassen. Auch solle mit der Gendatenbank geklärt werden, warum Menschen unterschiedlich auf Medikamente reagieren.

Das Vorhaben der "UK Biobank" stößt jedoch auch auf Kritik. Experten bemängeln vor allem das Studiendesign des 61 Millionen englische Pfund (rund 90 Millionen Euro) teuren Projekts. Das Geld kommt insbesondere von der britischen Regierung, vom Wellcome Trust und vom Medical Research Council. Projektleiter Collins erklärte, er gehe davon aus, dass die Untersuchung zu wissenschaftlichen Durchbrüchen führen werde.

Die Datenbank wird nicht frei zugänglich sein. Nach Angaben von "UK Biobank" bekämen jedoch Pharmaunternehmen die Möglichkeit, Ergebnisse des Massen-Gentests für die Entwicklung neuer Medikamente und diagnostischer Tests nutzen zu können.

fba/rtr

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