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27.09.2006
 

Ohne Gentechnik

Katze ist ganz natürlich allergenfrei

Mit Gentechnik wollte eine US-Firma allergenfreie Katzen produzieren. Nun sind die Forscher auf ein Kätzchen gestoßen, das von Natur aus harmlos für Allergiker ist - und verkaufen sie für 4000 US-Dollar.

Vor zwei Jahren wollte man den Stubentigern mit Gentechnik zu Leibe rücken, nun scheint die Natur zu reichen: Die amerikanische Firma Allerca kündigte damals an, mittels Gentechnik allergie-freie Katzen "produzieren" zu wollen. Katzenallergiker sollten auf die Stubentiger nicht mehr mit schniefenden Nasen und geröteten Augen reagieren. Doch nun scheint es auch ohne Gentechnik zu gehen: Allerca-Forscher sind auf Katzen gestoßen, die ganz natürlich allergenfrei sind.

Drei Kätzchen zum Knuddeln: Für Katzenallergiker ein Graus - bislang
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DDP

Drei Kätzchen zum Knuddeln: Für Katzenallergiker ein Graus - bislang

Katzenhaarallergiker reagieren - entgegen der Bezeichnung - nicht auf die Haare der Stubentiger allergisch, sondern auf bestimmte Eiweiße im Speichel der Tiere, die bei der Fellpflege zurückbleiben und später durch die Luft wirbeln. Das Gen, das bei der Produktion dieses Allergie-auslösenden Eiweißes eine Schlüsselrolle spielt, wollte das Allerca-Team deswegen in der Erbsubstanz von Katzen ausschalten.

Doch als die Forscher überprüften, bei welchen Katzen das richtige Gen stummgeschaltet worden war, entdeckten sie bei drei Katzen eine leicht veränderte Version des Proteins. Eine davon war harmlos für Katzenallergiker. Das Tier schien ganz natürlich allergenfrei zu sein, berichtet Allerca. Genmanipulationen wären womöglich gar nicht mehr nötig, so die Forscher.

"Ich glaube nicht, dass man hypoallergene Katzen ohne Genmanipulationen hinbekommen kann", sagte hingegen David Avner, Gründer des Konkurrenzunternehmens Felix Pets dem Onlinedienst das Magazins "Nature". Auch Avners Team versucht zurzeit, allergenfreie Haustier-Katzen zu kreieren.

"Wir haben noch keine Daten, aber die Tiere funktionieren"

Avner fordert von seinen Konkurrenten den Nachweis, ob sich im Reagenzglas die Proteine auf der Haut und den Haaren der Katzen mit den menschlichen Antikörpern verbinden oder nicht. Wenn sich die Antigene der Katzenproteine mit den Antikörpern des Menschen verbinden, würde das nämlich eine allergische Reaktion auslösen und letztlich zu den allergischen Symptomen führen.

Allerca-Chef Brodie entgegnet jedoch, dass es keine Alternativen zu Versuchen mit menschlichen Freiwilligen gebe. Diese seien erfolgreich gewesen, so der Allerca-Chef. Auf der Homepage von Allerca hingegen werden die Stubentiger als "die ersten wissenschaftlich erwiesenen hyoallergenen Katzen der Welt" angepriesen. Allerdings gibt selbst Brodie zu: "Wir haben die Daten noch nicht." Eine Publikation in einem Fachmagazin steht auch noch aus. Trotzdem ist der Allerca-Chef überzeugt: "Die Tiere funktionieren."

Die allergenfreien Stubentiger können weiterhin vorbestellt werden. Dafür kassiert Allerca 250 US-Dollar; die Anzahlung werde mit dem Verkaufspreis verrechnet. Allerdings: Vor zwei Jahren kostete das Allerca Kätzchen 3500 US-Dollar - heute verlangt das Unternehmen 3950 US-Dollar.

fba

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