Brüssel - Der Wirbel um die Genreis-Funde in Langkornreis aus den USA ist abgeflaut. Nun will die EU-Kommission verpflichtende Kontrollen aller Reis-Importe aus den USA einführen. Die Brüsseler Behörde bemühe sich um die Vereinbarung gemeinsamer Teststandards mit den US-Landwirtschaftsbehörden, teilte Kommissionssprecher Philip Tod am Mittwoch mit.
Über einen entsprechenden Vorschlag werde in den kommenden zwei Wochen mit den US-Behörden diskutiert, man wolle eine einvernehmliche Lösung finden. Sollte es keine Einigung geben, würden die Kontrollen einseitig eingeführt, hieß es weiter.
In Deutschland und mindestens acht weiteren EU-Ländern sind in den vergangenen Wochen Spuren von nicht zugelassenem genmanipuliertem Reis aus den USA aufgetaucht. Dabei ist in der EU keine Genreis-Sorte zum Import oder zum Verkauf zugelassen.
Hierzulande haben bisher Baden-Württemberg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Hessen den Fund von verbotenem Genreis gemeldet. Konkret geht es um Gen-Langkornreis der Sorte "LL Rice 601", die der EU-Kommission zufolge in den USA produziert und von der Bayer-Tochter Crop Science erprobt wurde. Diese Sorte war Ende Juli in den USA in Reiscontainern entdeckt worden, die für den Lebensmittelmarkt bestimmt waren.
Die EU-Kommission hatte daraufhin beschlossen, US-Langkornreis nur noch zum Import zuzulassen, wenn er nachweislich keine Anteile der Sorte enthält. Europa hat im vergangenen Jahr 300.000 Tonnen Reis aus den USA importiert. 85 Prozent davon waren Langkornreis. Die EU-Kommission hatte sich bereits bei der US-Regierung über deren Informationspolitik beschwert und bemängelt, dass es mehrere Wochen gedauert habe, bis sie über den Fund von Genreis-Spuren benachrichtigt worden sei.
fba/rtr
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