"FreshScan" - dieser Name ist ebenso bezeichnend wie verpflichtend: Das Projekt mit eben jenem Namen soll einen Gammelfleisch-Scanner entwickeln. Und so arbeitet eine Expertengruppe aus fünf deutschen Forschungsinstituten an einem Verfahren, mit dem sich erkennen lässt, wie frisch das Fleisch im Lagerhaus oder an der Ladentheke ist.
Damit alte Steaks, Würste und Co. nicht erst nach langwierigen Laboruntersuchungen also solche erkannt werden, soll zukünftig ein Scanner Gammelfleisch sofort entdecken. Je nach Frische des Fleisches werde Licht unterschiedlich reflektiert, erläuterte Volker Großer vom federführenden Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM). Mit einem Laserscanner sollen diese Unterschiede erfasst werden. "So kann jeweils der aktuelle Zustand des Fleischs gemessen werden. Unser Ziel ist es, dass dies weniger als eine Minute dauert", sagte der Wissenschaftler.
Das Messverfahren sei schon auf seine Funktionsfähigkeit hin erprobt, müsse aber noch vereinfacht werden. Laut Großer soll es "im besten Fall einmal so sein, dass sowohl die staatlichen Lebensmittelkontrolleure als auch der Mitarbeiter der Fleischtheke im Supermarkt mit dem Scanner problemlos die Frische und Herkunft des Fleisches ermitteln kann". Womöglich ließe sich das Verfahren später auch auf andere Lebensmittel übertragen.
Das "FreshScan"-System enthält neben dem Scanner noch eine zweite Komponente: ein "intelligentes" Etikett. Dieser Mikrochip werde sämtliche Herkunfts- und Aufbewahrungsdaten des Fleisches speichern, auch die aus den Messungen des Scanners. "So soll die Produktionskette vom Erzeuger über die Verarbeitung, den Transport, den Groß- und Einzelhandel bis zum Endverbraucher lückenlos dokumentiert werden", begründet Großer.
Das Projekt, an dem auch Forscher der Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel im bayerischen Kulmbach beteiligt sind, ist auf drei Jahre angelegt. Das Bundesforschungsministerium unterstützt die Entwicklung des Systems mit rund drei Millionen Euro.
fba/dpa
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