Madrid - Er erste Anlauf mit dem Versuch, die Frage nach der Herkunft des Seefahrers mit Hilfe einer Genanalyse zu beantworten, ist gescheitert. Wie der Direktor des Genlabors der Universität Granada in Südspanien, José Antonio Lorente, am Wochenende mitteilte, brachten die in Spanien, Südfrankreich und Norditalien gemachten Analysten keine neuen Erkenntnisse an den Tag, die auf den Geburtsort von Kolumbus schließen lassen.
Die Forscher hatten DNA-Proben von fast 500 lebenden Spaniern, Franzosen und Italienern genommen, die Nachnamen wie Colombo, Colón, Colom oder Coulomb tragen und - theoretisch - Nachfahren des Seefahrers sein könnten. Diese Proben wurden mit denen von Knochenresten von Kolumbus verglichen. Lorente äußerte sich zuversichtlich, dass die Wissenschaftler nach der Entwicklung neuer Analyseverfahren noch zu einem Ergebnis kommen.
Mit herkömmlichen Methoden lasse sich die Frage nicht klären, sagte der Wissenschaftler. Es müssten zunächst neue Verfahren der Genanalyse entwickelt werden. Die meisten Historiker halten es für wahrscheinlich, dass der Entdecker in Genua zur Welt kam. Allerdings wird auch nicht ausgeschlossen, dass Kolumbus aus Spanien, Portugal oder Frankreich stammte.
Ende Juli bereits hatten die Genforscher ein anderes Kolumbus-Rätsel gelöst - jedenfalls teilweise. Sie wiesen nach, dass die in der Kathedrale von Sevilla in Südspanien exhumierten Knochenreste wirklich von Kolumbus stammen. Die Überreste machten allerdings nur 15 Prozent des Skeletts des Entdeckers aus. Wo sich die übrigen Knochenreste befinden, ist weiterhin unklar. Die Wissenschaftler hatten die Reste mit denen des Kolumbus-Sohnes Hernando und des Bruders Diego verglichen.
Die Dominikanische Republik behauptet, das Kolumbus-Grab befinde sich in der Hauptstadt Santo Domingo. Die Behörden des Karibikstaates erlaubten den Wissenschaftlern jedoch bislang nicht, die dortigen Knochenreste zu untersuchen.
mik/dpa
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