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06.12.2006
 

Studie mit 420.000 Teilnehmern

Keine Krebsgefahr durch Handys

Der durchschnittliche Handybenutzer muss offenbar kein erhöhtes Krebsrisiko fürchten. Das haben dänische Forscher in einer Studie mit 420.000 Teilnehmern herausgefunden, die auch Langzeitwirkungen berücksichtigt. Für Vieltelefonierer gibt es allerdings keine ausdrückliche Entwarnung.

Das Ergebnis der Studie ist eindeutig: "Wir konnten keinerlei erhöhte Risiken für irgendeine Krebsart identifizieren, die mit der Nutzung von Handys im Zusammenhang stehen könnte", sagte John Boice, Epidemiologe an der Vanderbilt University in Nashville (US-Bundesstaat Tennessee). Gemeinsam mit Wissenschaftlern aus Dänemark hatte er die Daten von 357.553 Männern und 62.542 Frauen aus Dänemark ausgewertet.

Handynutzerin: Studie fand keine Hinweise für erhöhtes Krebsrisiko
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T-Mobile

Handynutzerin: Studie fand keine Hinweise für erhöhtes Krebsrisiko

Die Studienteilnehmer hatten ihren ersten Mobilfunkvertrag zwischen 1982 und 1995 unterschrieben und nutzen Handys bis heute. Unter den 420.095 Personen registrierten die Forscher 14.000 Krebserkrankungen. Diese Zahl sei niedriger als man erwartet habe, schreiben sie im Fachblatt "Journal of the National Cancer Institute". Die Wissenschaftler hatten die Krebsquote der Handynutzer mit jener der übrigen Bevölkerung Dänemarks verglichen.

"Der große Vorteil ist, dass die gesamte dänische Bevölkerung berücksichtigt wird", sagte Studienleiter Joachim Schuz vom Dänischen Institut für Krebs-Epidemiologie in Kopenhagen. "Ich denke, die Ergebnisse sind ziemlich beruhigend." Schuz wies jedoch darauf hin, dass die Intensität der Handynutzung bei der Untersuchung nicht berücksichtigt wurde. Ein mögliches Risiko für Vieltelefonierer könne deshalb nicht ausgeschlossen werden.

Florian Emrich, Sprecher des Bundesamts für Strahlenschutz, zeigte sich wenig überrascht von den Ergebnissen aus Dänemark. "Nach allem, was man wissenschaftlich weiß, gibt es keine Nachweise für eine Gesundheitsgefahr durch Handys, solange die zulässigen Grenzwerte eingehalten werden", sagte Emrich im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. Es sei aber nicht auszuschließen, dass es Mechanismen gebe, die man noch nicht kenne. Aus Gründen der Vorsorge empfehle das Bundesamt für Strahlenschutz Handys mit möglichst geringem SAR-Wert, um die Strahlenbelastung so gering wie möglich zu halten.

Studien, die das Risiko des mobilen Telefonierens belegen sollen, steht Emrich skeptisch gegenüber. "Untersuchungen, bei denen Hinweise auf eine Gefährdung gefunden wurden, konnten bislang nicht reproduziert werden." Bisher seien nur Indizien für Gefährdungen wissenschaftlich veröffentlicht worden - Beweise jedoch nicht.

hda/rtr

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