Ein niedriger Alkoholspiegel im Blut kann das Gehirn vor den Folgen einer Kopfverletzung schützen, stellten Wissenschaftler der Universität von Toronto laut dem britischen Sender BBC fest. Patienten, die wenig bis maßvoll getrunken hatten und dann einen Unfall mit Kopfverletzung erlitten, hatten eine 24 Prozent höhere Chance zu überleben als nüchterne. Die Autoren der Studie, die im "Journal Archives of Surgery" erscheint, schätzen, dass Alkohol eines Tages zur Behandlung von manchen Hirnverletzungen eingesetzt werden könnte.
Wenn das Gehirn verletzt wird, spielen nicht nur die unmittelbaren Schäden eine Rolle. In den ersten Stunden kann die natürliche Abwehrreaktion des Körpers das Organ anschwellen lassen, es kann zu Entzündungen kommen, so dass weitere Hirnzellen absterben. In manchen Fällen führt diese sogenannte sekundäre Hirnverletzung zum Tode oder hinterlässt bleibende Schäden. Die kanadischen Forscher vermuten, dass Alkohol in geringen Mengen davor schützen könne.
Für die Studie wurden 1158 Patienten mit Kopfverletzungen untersucht. Davon hatten 418 Alkohol im Blut. Im Gegensatz zu den maßvollen Alkoholkonsumenten hatten Patienten mit einem schweren Rausch ein um 74 Prozent höheres Risiko zu sterben als nüchterne. Das Ergebnis wurde noch durch einen Vergleich mit Patienten, die Brust- oder anderen Rumpfverletzungen erlitten hatte, bestätigt. Bei diesen konnten die Wissenschaftler keine Abhängigkeit zwischen Alkoholspiegel und Tod feststellen.
Die Forscher wollen ihre Ergebnisse nicht als Aufforderung zum Alkoholkonsum verstanden wissen. "Im Allgemeinen haben Menschen ein viel größeres Risiko zu sterben, wenn sie betrunken Auto fahren", schreiben sie laut der BBC.
abl
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