Von Annette Bolz
Wenn Zugvögel ihre lange Reise vom nordeuropäischen Kontinent nach Afrika antreten, dann benutzen sie wahrscheinlich ihren Magnetsinn - jene Wahrnehmung, die das Magnetfeld der Erde als Orientierungshilfe benutzt. Bei Brieftauben zumindest wurde dieser siebte Sinn schon nachgewiesen.
Aufgrund der Verteilung der Eisenminerale nehmen die Biologen an, dass die gesamte Ameise als kleine Kompassnadel fungiert. Wie genau die Ausrichtung der magnetischen Mineralien die Ameise beim Umziehen beeinflusst, ist allerdings noch unklar.
Möglicherweise funktioniert der Magnetsinn der Ameisen ähnlich wie der der Regenbogenforelle. Bei ihr liegt das Eisenmineral Magnetit (Fe3O4) in der Nasenhöhle, in der winzige Nervenenden die Ausrichtung der Minerale registrieren und dann an das Gehirn weiterleiten. Allerdings ist der siebte Sinn nicht an das Vorhandensein von Nerven gebunden. Denn auch das Bakterium Aquaspirillum magnetotacticum benutzt magnetische Eisenminerale, um sich im schlammigen Wasser eine Orientierung zu verschaffen.
Auch beim Menschen lagern Magnetit-Kristalle in Bauch und Hirn. Doch ob sie tatsächlich einen Sinn haben, wie manche gerne glauben möchten, oder ob sie Relikte unserer Evolution sind, ist noch nicht geklärt.
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