Hat der Prozess einmal eingesetzt, ist er nicht mehr zu stoppen. Das war zumindest bislang so, wenn Rinder an BSE erkrankten oder Menschen an Creutzfeld-Jacob (CJK). Abnorme Eiweiße, sogenannte Prionen, lagern sich in aufgefalteter Form im Gehirn ab und setzen einen unaufhaltsamen Prozess in Gang, bei dem die Nervenzellen zerstört werden.
Prionen: So sehen die Eiweiße im Modell aus.
Als die Tiere neun Wochen alt waren, schalteten die Forscher das Gen aus, das für die Herstellung der krankmachenden Prionen verantwortlich ist. Daraufhin erholten sich die Mäuse: Sie konnten sich wieder besser erinnern und verhielten sich nicht mehr so auffällig wie zuvor, schreiben Mallucci und ihre Kollegen in der Fachzeitschrift "Neuron". Auch die typischen Veränderungen im Gehirn seien wieder zurückgegangen. Bei einer kranken Kontrollgruppe von Mäusen bremsten die Wissenschaftler die Prionen-Aktivität nicht - diese Tiere entwickelten immer schwerere Symptome und starben.
Die Neurologen schließen aus ihren Ergebnissen, dass die aufgefalteten Eiweiße die Nervenzellen in einem sehr frühen Stadium noch nicht endgültig schädigen, sondern nur bei ihrer normalen Aktivität behindern. Deswegen sei eine Umkehr noch möglich. Die Forscher weisen allerdings darauf hin, dass zunächst ein Diagnose-Schnelltest entwickelt werden müsste, bevor eine solche Therapie eines Tages auch für Menschen denkbar sei. Bislang müssen sich Mediziner auf Kerspintomografien sowie Blut- und Nervenwassertests verlassen, um Prionen beim Menschen nachzuweisen.
hei
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