Rom - "Wir haben diese beiden Wesen Arm in Arm in einer neolithischen Grabstätte gefunden", sagte die italienische
Archäologin Elena Menotti heute. "Wir nehmen an, dass es ein Mann und eine Frau waren." Das Erbmaterial der beiden werde dies wohl in einigen Monaten aufklären. Die beiden Skelette waren einander zugewandt, und ihre Stirn berührte sich fast. Ihre Arme und Beine seien in einer letzten Umarmung ineinander verschlungen.
Ersten Untersuchungen seien die beiden Liebenden jung gestorben, meinte Menotti, die die Ausgrabungen in einem Industriegebiet in der Nähe von Mantua leitet. Das Gebiss der Toten sei noch vollständig und habe kaum Abrieb aufgewiesen. "Natürlich fragt sich jeder, wieso sie umarmt begraben worden sind." Sie selber glaube, dass es "das Zeugnis einer großen Liebe" sei, das die Zeit überdauert habe. "Denn aus welchem Grund auch immer sie Arm in Arm ins Grab gelegt wurden, hat es ein Gefühl zwischen ihnen gegeben", sagte Menotti.
"Soweit wir wissen, ist der Fund einzigartig", sagte Menotti. Doppelgräber aus dem Neolithikum seien unbekannt. Außer dem umschlungenen Paar wurden noch Werkzeuge aus Feuerstein gefunden, darunter Pfeilspitzen und ein Messer.
kai/AFP/AP
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