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Paläontologie Früher Primat in Asien endeckt

Bisher ging man davon aus, dass die Vorfahren der Menschen aus Afrika stammten. Der neueste Fund von Kiefer-Fragmenten und Zähnen eines unbekannten Primaten unterstützt jedoch die Theorie, dass der Ursprung aller Affen, Menschenaffen und Menschen in Asien liegt.

Primaten-Fundstelle in Myanmar
Jean-Jaqcques Jaeger

Primaten-Fundstelle in Myanmar

Washington - Ein internationales Forscherteam hat die 40 Millionen Jahre alten Fossilien eines Eichhörnchen-großen Urahnen aller Affen und Menschenaffen in Myanmar entdeckt. Die Kiefer-Fragmente und die Zähne stammen nach Auskunft der Wissenschaftler von einem bislang unbekannten Primaten. Der Fund zeige, dass die Wiege der Affen in Asien steht und zwar Millionen Jahre früher als bisher angenommen, schrieb das Team im US-Fachjournal "Science". Andere Forscher gehen weiterhin von Afrika als Ursprungsort der Primaten aus.

Das Team aus Frankreich und Myanmar um Jean-Jacques Jaeger von der Universität Montpellier-II nannte die neue Art "Bahinia pondaungensis". Die Fossilien des Tieres lagen in einer roten Lehmschicht nur unweit eines kompletten Unterkiefers eines Amphipithecus, einem weiter entwickelten Primaten.

Bisherige Funde ähnlicher Tiere stammten überwiegend aus Afrika. Besonders viele Fossilien fand man zum Beispiel im Ausgrabungsort Fayum in Ägypten. Daraus entwickelte sich die Theorie, dass Afrika nicht nur den ersten Menschen hervorbrachte, sondern auch seine Vorfahren.

In der jüngsten Vergangenheit jedoch mehrten sich die Funde in Asien, schrieben Jaeger und seine Kollegen in "Science". Die Entdeckung dieses Bahinia schließe sich vorherigen Erfolgen in Thailand, China und Myanmar an. Die asiatischen Fossilien stammten aus dem mittleren bis späten Eozän, seien also 33 bis 49 Millionen Jahre alt.

Das Team von Jaeger hält den Bahinia für einen Verwandten des chinesischen Primaten Eosimias. Die Zähne des Bahinia zeigten ein "Gemisch alter und neuer Eigenheiten". Das könne bedeuten, dass er aus einer Gruppe stamme, "deren Wurzeln weit zurückreichen, möglicherweise sogar in das späte Paläozän (vor 58 bis 55 Millionen Jahren)", betonten die Forscher. Aufgrund der Form der Zähne nehmen sie an, dass Bahinia in den Bäumen lebte und sich vermutlich von Insekten ernährte.

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