Mittwoch, 10. Februar 2010

Wissenschaft



Klimawandel

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11.03.2007
 

Globale Erwärmung

Klimaflüchtlinge vom Ende der Welt

Land unter in Arktis und Pazifik: Meeresanwohner verlieren ihre Heimat - schon heute sind ganze Dörfer von den Folgen des Klimawandels bedroht. Vier dramatische Beispiele zeigen, wie die Erderwärmung die Menschen vertreibt.

Das Meer nagt am Strand, die ersten Häuser sind längst verschlungen. Weil die schützende Eiskappe fehlt, um das Dorf Shishmaref (US-Bundesstaat Alaska) vor der Wucht der Winterstürme zu schützen, versinkt die Siedlung langsam im arktischen Meer. Es sind solche Geschichten, die der Angst vor den Folgen des Klimawandels ein Gesicht verleihen.

Sie verlieren ihre Heimat. Nicht in ferner Zukunft, nicht in ein Paar Jahrzehnten, sondern jetzt gerade. Das Schicksal der Inuit von Shishmaref ist symptomatisch für alle jene Gemeinden, die aufwändig geschützt, ganz aufgegeben oder aber verlegt werden müssen – ihre Einwohner sind die ersten Vertriebenen des Klimawandels.

HEUTE ABEND

Foto: SPIEGEL TV

SPIEGEL TV Magazin
Schwerpunktsendung zu Erderwärmung, Klimaverschwörung und der Gefahr einer Eiszeit

Sonntag, 22.30 Uhr, RTL
SPIEGEL TV
Während in Europa um die Bewertung des EU-Klimakompromiss gestritten wird und EU-Umweltkomissar Stavros Dimas ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen fordert, müssen Menschen an entlegeneren Orten der Welt sich bereits heute darauf gefasst machen, ihre Koffer zu packen und in klimafestere Regionen umzuziehen - oder zumindest ein paar Höhenmeter nach oben.

Die Experten des Weltklimarats der Uno fassen in ihrem noch unveröffentlichten zweiten Teilbericht zum Klimawandel nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen zusammen, dass vier Weltregionen am stärksten zu leiden haben werden:

  • die Arktis (Ursache: stärkste relative Erwärmung),
  • kleine Inselstaaten im Pazifik (Meeresspiegelanstieg),
  • Afrika südlich der Sahel-Zone (Dürren)
  • und die dichtbevölkerten Flussmündungen Asiens (Überschwemmungen).

Vier Beispiele – von der Pazifikinsel Tegua, der arktischen XYZ-Siedlung, der nordäthiopischen Provinz Tigre und dem Flussdelta Bangladeshs – machen deutlich, wovor die Menschen in diesen Weltgegenden sich fürchten:

BEDROHTE REGIONEN - DIE FURCHT VOR DEM KLIMAWANDEL

Arktis - Siedlungen im Matsch

Die 600 Einwohner des Dorfs am Ende der Welt haben längst beschlossen, Abschied zu nehmen. Und doch bleiben sie und messen nach jedem schweren Sturm mit dem Maßband nach, wie viel Land das Meere wieder abgenagt hat - und wie nah es jetzt den Häusern der Siedlung kommt.
 
Shishmaref liegt im US-Bundesstaat Alaska nördlich der Beringstraße. Steht man hier am Strand, kann man nach Norden schauen, wo über den Nordpol hinaus bis zur sibirischen Küste im Osten nichts als arktisches Meer liegt. Früher war es im Winter monatelang zugefroren. Doch seit einigen Jahren fehlt Shishmaref und seinen Bewohnern dieser schützende Eispanzer. Nun treffen die Winterstürme die ungeschützte Küste.
 
Im Oktober 1997 hatte ein schwerer Sturm Teile der Küste abgerissen. 14 Häuser mussten danach aufgegeben werden. Seitdem nagt das Meer an Shishmaref, die Einwohner packen ihre Koffer. Ende 2004 haben die Bürger beschlossen, dass ihre Häuser ins Landesinnere verlegt werden soll.
 
Schon im Sommer 2002 hatte US-Senator Ted Steffens in einem Bericht an die Vereinten Nationen berichtet, welche Folgen die globale Erwärmung in den arktischen Gebieten hat: Überschwemmte Straßen, verschlammte Siedlungen, tote Wälder und Flächenbrände seien heute schon sichtbare Folgen. Noch haben die Bürger von Shishmaref ihren Beschluss noch nicht in die Tat umgesetzt. Dass sie es aber tun müssen, daran besteht kein Zweifel.
 
Auch Tuktoyaktuk, das nördlichste Dorf auf dem Festland der kanadischen Northwest Territories, wankt. Aufbrechendes Polareis hebt Häuser an, schneidet Versorgungswege ab. Auftauende Permafrostböden bedrohen überall in der Arktis - von Alaska über Kanada bis in die Weiten Sibiriens - die Bewohner. Ganze Siedlungen drohen, im Matsch zu versinken.

Pazifik – Meer bis in die Hütten

Afrika - Trockenheit im Flussbett

Asien - Deltas im Auge des Sturms

stx

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