Rochester - Das Abschalten des Handys gehört zum Standardprogramm für Krankenhaus-Besucher. Doch das seit Jahren bestehende, für Patienten und ihre Angehörigen mitunter lästige Mobilfunk-Verbot ist überflüssig. Das zumindest besagen die Ergebnisse einer Studie an der renommierten Mayo Clinic in Rochester (US-Bundesstaat Minnesota).
Die Forscher um Jeffrey Tri haben mit zwei unterschiedlichen Mobiltelefon-Typen 300 Tests in Patientenzimmern und auf der Intensivstation durchgeführt. Dabei führten sie Telefonate in der Nähe von insgesamt 192 Medizingeräten, darunter etwa Beobachtungsmonitore und Infusionspumpen. Bei den Versuchen ergab sich kein einziger Hinweis, dass die Mobiltelefone die medizinischen Apparate beeinträchtigen, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt "Mayo Clinic Proceedings".
Tri und seine Kollegen befürworten weitere Untersuchungen, um ihre eher als Stichprobe anzusehende Studie abzusichern. Doch liefen die Ergebnisse wohl darauf hinaus, das Handyverbot in Krankenhäusern zu lockern. Als Reaktion auf die Studie überprüft die Mayo Clinic nun das Handyverbot auf ihrem Gelände, berichtet David Hayes, einer der Autoren der Studie.
In einem Kommentar zeigt sich der Anästhesist John Abenstein von der Mayo Clinic beruhigt, dass Handys offenbar nur ein geringes Risiko für die Funktion medizinischer Geräte haben. Allerdings gibt er zu bedenken, dass es weitaus mehr Handymodelle und auch Medizingeräte gibt, als in der Untersuchung getestet wurden. Störeinflüsse seien daher nicht auszuschließen, wenngleich sich die Hinweise verdichteten, dass ein Handygebrauch in gutem Abstand zu einem medizinischen Gerät keinen Schaden anrichte.
mbe/ddp
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