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04.04.2007
 

Grippemedikamente

Viren werden resistent gegen Tamiflu

Die Grippemittel Tamiflu und Relenza gelten als wichtige Mittel im Kampf gegen eine mögliche Pandemie - bisher. Jetzt warnen Forscher: Manche Viren werden resistent gegen die Medikamente.

Wie japanische Forscher in einer am Dienstag vorab veröffentlichten Studie im "Journal of the American Medical Association" berichten, zeigten Viren während eines Ausbruchs der Grippe vom Typ B im Winter 2004/2005 Anzeichen von Resistenz gegen die Wirkstoffe Oseltamivir und Zanamavir. Die Grippe vom Typ B grassiert den Angaben zufolge jedes Jahr und wird mit einer weltweit steigenden Zahl von Todesfällen in Verbindung gebracht. In Japan wird sie häufiger als in anderen Ländern mit Tamiflu und Relenza behandelt.

Grippemedikament Tamiflu: Resistenzen sorgen Forscher
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Roche

Grippemedikament Tamiflu: Resistenzen sorgen Forscher

Für die Studie sammelten und analysierten die Wissenschaftler die Viren von mehreren hundert an dem Grippevirus Erkrankten. Eines von 74 erkrankten Kindern (1,4 Prozent), die Tamiflu erhalten hatten, sprach in verringertem Maße auf den Wirkstoff an. Bei 422 unbehandelten Patienten zeigten Grippeviren in sieben Fällen oder 1,7 Prozent der Fälle Resistenzen gegen Zanamivir, Oseltamivir oder beide Wirkstoffe. Die Erkenntnisse seien ein Beleg dafür, dass die Entwicklung der Virenstämme kontinuierlich überwacht und die Art der Vergabe antiviraler Medikamente genau überdacht werden müsse, schreiben die Autoren der Studie. Bei der Grippe vom Typ A sind die Resistenzen bestimmter Virenstämme schon länger bekannt.

Tamiflu wird vom Schweizer Pharmaunternehmen Roche hergestellt, Relenza von britischen GlaxoSmithKline. Beide Medikamente werden zur Grippe-Prävention und -Behandlung eingesetzt. Tamiflu gilt als Mittel der Wahl gegen eine mögliche Vogelgrippe-Epidemie. Viele Staaten halten aus Furcht vor einer Pandemie große Mengen des Mittels auf Vorrat. Kritisiert wurde Tamiflu auch wegen des Verdachtes, in Einzelfällen Wahnvorstellungen und Bewusstseinstrübungen hervorzurufen.

Resistenzen von H5N1, dem gefährlichen Vogelgrippe-Virus, gegen die Medikamente sind bereits bekannt: 2005 starben zwei vietnamesische Mädchen an einem H5N1-Virus, das widerstandsfähig war gegen herkömmliche Grippemittel. Im Dezember 2006 starben zwei Ägypter, ein 26-jähriger Mann und seine 16-jährige Nichte, kurz nachdem sie sich bei infiziertem Geflügel angesteckt hatten. Die Analyse der Viren in ihrem Körper ergab im Januar, dass die Erreger ebenfalls resistent waren gegen Tamiflu.

cis/AFP

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