Seoul - Er hat gefälscht, vertuscht, geschummelt - der Genforscher Hwang Woo Suk steht für den größten Forschungsskandal der südkoreanischen Geschichte und den weltweit aufsehenerregendsten der letzten Jahre. Bei den Ermittlungen stellte sich heraus: Millionen Forschungsgelder sind veruntreut worden, Mitarbeiter offenbar unter Druck gesetzt, und wissenschaftliche Durchbrüche in der Stammzellforschung waren bloß vorgetäuscht. Hwang hatte gar die Mafia bezahlt, um an Mammutproben heranzukommen.
Echt: Snuwolf und Snuwolffy sind die ersten Klonwölfe
Jetzt steht fest: Snuwolf und Snuwolffy sind echt - die ersten geklonten Wölfe der Welt. Zwar enthalte die Studie über die Tiere Zahlenfehler in einer Tabelle, teilte eine Untersuchungskommission der Universität mit. Doch der Verdacht der Manipulation habe sich nicht bestätigt. Zwei Gentests durch unabhängige Labore hätten ergeben, "dass die beiden Wölfe Klone sind". Die Fehler führte die Kommission auf Nachlässigkeit der betroffenen Forscher zurück.
Schummelei bei Erfolgsquote
Zugleich wurde enthüllt, dass das Team um den Tiermediziner Lee Byeong Chun nach den beiden ersten weiblichen Klonwölfen noch sechs weitere koreanische Grauwölfe geklont habe. Drei von diesen Tieren seien gestorben. Im August 2005 hatte Hwang Woo Suks Forschungsteam mit Snuppy den ersten Klonhund vorgestellt. Während zwei andere Studien Hwangs zu humanen embryonalen Stammzellen als Fälschung entlarvt wurden, hatte sich Snuppy als echter Klon erwiesen.
Nach der Präsentation der beiden Klonwölfe, die bereits vor eineinhalb Jahren zur Welt gebracht worden sein sollen, hatten andere Wissenschaftler den Verdacht geäußert, dass das Team eine höhere Erfolgsquote angegeben haben könnte, als bei dem Experiment tatsächlich erzielt worden sei. Lee hatte daraufhin "Rechenfehler" eingeräumt und das Fachjournal "Cloning and Stem Cells" gebeten, eine Korrektur der Studie vorzunehmen. Dort waren die Daten in der Märzausgabe (Bd. 9, S. 130) veröffentlicht worden.
Die Klone entstanden den Angaben zufolge aus der Körperzelle eines erwachsenen Artgenossen. Von den Klonexperimenten erhoffen sich die Forscher einen Nutzen für die Bemühungen, vom Aussterben bedrohte Tierarten zu retten.
stx/dpa
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