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12.06.2007
 

Alkohol-Umfrage

Deutschlands Teenager greifen häufiger zur Flasche

2. Teil: Mehr Alkoholvergiftungen, mehr Komasaufen - doch Experten freute auch die Vernunft der Mehrheit. Bis jetzt.

Tatsächlich nahm die Zahl der Alkoholvergiftungen bei Minderjährigen in den vergangenen Jahren zu, wie die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) Ende Februar mitteilte. "Kinder und Jugendliche treffen sich heutzutage nur, um in der Gruppe zu trinken", sagte Rolf Hüllinghorst, Geschäftsführer der DHS damals. Tatsächlich hatte die Shell-Jugendstudie 2006 unter anderem belegt, dass schon sieben Prozent der erst 12- bis 14-Jährigen in Deutschland jede Woche Alkohol trinken.

Trinkende Minderjährige
min. 1x/Woche min. 1x/Monat seltener niemals
Alle 2004 21 30 24 24
2005 19 28 23 30
2007 22 27 25 26
12 bis 15 Jahre 2004 10 26 30 34
2005 8 22 28 42
2007 10 22 31 37
16 bis 17 Jahre 2004 44 39 13 5
2005 39 40 13 8
2007 43 38 13 6
Prozentangaben von Jugendlichen zum eigenen Alkholkonsum im vergangenen Jahr
(Quelle: "Alkoholkonsum der Jugendlichen 2004 bis 2007", BZgA, Juni 2007)

Doch Experten wissen auch: Es ist eine kleine, extreme Gruppe, die für die Negativschlagzeilen sorgt. Denn in der breiten Masse der Jugendlichen lässt sich ein moderater Gegentrend beobachten. Der Alkoholkonsum der 12- bis 17-Jährigen ist generell rückläufig, meldete das deutsche Kinderhilfswerk in seiner Studie "Kinder und Jugendliche in Deutschland - Zahlen, Daten, Fakten 2006". Der Anteil der Minderjährigen, die sich der Gefahren des Alkoholkonsums bewusst waren, so das Kinderhilfswerk, war von 2004 auf 2005 um zehn Prozent bei Jungs und immerhin sieben Prozent bei den besser aufgeklärten Mädchen angestiegen. Dies kann man auch als Erfolg von Aufklärungskampagnen auffassen.

40.000 Tote im Jahr durch Alkoholmissbrauch

Im März hatten britische Forscher in der Fachzeitschrift "The Lancet" eine Drogen-Rangliste vorgestellt, die sowohl die Folgen für die individuelle Gesundheit, das Suchtpotential als auch den gesellschaftlichen Schaden einzelner Rauschmittel berücksichtigt. Alkohol und Tabak schafften es in dieser Betrachtungsweise in die Top Ten der schädlichsten Drogen. Dagegen belegte die in Deutschland verbotene Substanz Ecstasy im Ranking nur den 18. Platz.

Experten verweisen seit langem darauf, dass gerade legale Drogen große gesellschaftliche Probleme bereiten. Während in Europa jedes Jahr 7000 bis 8000 Menschen am Konsum illegaler Drogen sterben, fordert der Alkoholmissbrauch allein in Deutschland mehr als 40.000 Tote pro Jahr, wie das Bundesgesundheitsministerium errechnet hat.

Im März zeigte eine europaweite Umfrage im EU-Auftrag unter 25.000 Bürgern: Jeder zehnte, der trinkt, sucht auch den Vollrausch. "Europa ist der Kontinent mit dem höchsten Pro-Kopf-Alkoholkonsum in der Welt", hielten die Eurobarometer-Experten nüchtern fest.

Auch jene kleine Gruppe der jugendlichen Kampftrinker, die seit dem Tequila-Koma und späteren Tod eines Berliner Gymnasiasten im März in Deutschland für aufgeregte Debatten sorgen, tauchte in den Eurobarometer-Ergebnissen auf: Demnach trinken sechs Prozent der lediglich Fünfzehnjährigen bei Alkoholkonsum mit fünf oder mehr Gläsern bis zum Exzess, immerhin 15 Prozent von ihnen trinken drei bis vier Gläser, wenn sie trinken. Im Durchschnitt jeder fünfte Alkohol-Konsument zwischen 15 und 24 Jahren gab an, sich bis zur Besinnungslosigkeit zu betrinken.

Wer sich unsicher ist, ob er zur gefährdeten Gruppe gehört, kann im Online-Selbsttest der Aufklärungs-Website www.suchtwoche.de herausfinden: "Ist Dein Alkoholkonsum im grünen Bereich?"

stx/AFP/AP/ddp

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Die neuesten Beiträge:
09.08.2010 von litholas:

Sie haben vergessen: Ausserdem wären die Drogen von kontrollierter Qualität und deswegen nicht mehr so gesundheitsschädlich, und es würde weniger Geld an die organisierte Kriminaltät gehen. Allerdings gibt es Drogen die [...] mehr...

09.08.2010 von baerlinaer: Logik? Konsequenz?

Die meisten Drogen werden verboten, manche nicht. Wo ist da die Logik? Entweder Alkohol und Nikotin werden genauso verboten, wie andere Drogen oder alle Drogen werden Legalisiert, das wäre logisch und konsequent! Ein [...] mehr...

24.10.2009 von saul7: Es

geht hier ja nicht nur darum, dass Jugendliche gelegentlich einen über den Durst trinken, sondern dass sie das "Kampftrinken" als eine Art Ritual praktizieren oder zelebrieren. Das ist in dieser Form und Ausprägung [...] mehr...

21.10.2009 von Internetnutzer: Kampftrinken

Und ich frage mich immer: Wo sind da eigentlich die verantwortlichen Eltern? Wer belangt die eigentlich? mehr...

21.10.2009 von rieberger:

Sie sprechen das Dilemma an: Alkohol ist legal, somit eine legale Droge. Der verantwortungsvolle Gebrauch ist zu erlernen, wenn gleich dies schwierig sein kann. Nur: das Koma-Saufen wird zum Problem, vor allem bei Kindern und [...] mehr...

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