• Drucken
  • Senden
  • Feedback
 

Gentechnik-Gesetz Seehofer hält Genmais symbolisch auf Abstand

2. Teil: Nur die FDP schimpft aus ganz anderem Grund: Das neue Gesetz sei eine "maximale Einschränkung des Anbaus"

In Frankreich gebe es bereits Studien, die die Ausbreitung von gentechnisch veränderten Organismen auch über weitere Distanzen belegten. "Herr Seehofer sollte die Courage besitzen zu sagen, dass er die Gentechnik in Deutschland einführt und dass es künftig keinen gentechnikfreien Anbau mehr geben wird", sagte Grolm.

FDP spricht von "Armutszeugnis"

Heftige Kritik an den Plänen der Bundesregierung kam auch von der FDP. Die Liberalen, die der Gentechnik grundsätzlich positiv gegenüber stehen, befürchten eine Bremswirkung für den Modernisierungsprozess. Gentechnikexpertin Christel Happach-Kasan bezeichnete den Entwurf der Bundesregierung als "Zeugnis des Scheiterns" bei der notwendigen Aufgabe, Deutschland für die Zukunft als Wissenschafts- und Forschungsstandort zu etablieren. Die Novellierung sei ein "Armutszeugnis" für eine Regierung, die den Wissenschaftsstandort Deutschland auch im Bereich der Biotechnologie stärken wolle. Die Anstandsdamen-Anwandlungen des Landwirtschaftsministers interpretiert die FDP als "maximale Einschränkung des Anbaus".

Auch sei der Anbau von transgenem Mais, der resistenter gegen Schädlinge wie beispielsweise den Maiszünsler ist, naturverträglicher als die Bekämpfung von Schädlingen mit chemischen Pflanzenschutzmitteln. Im vergangen Jahr sei der Landwirtschaft durch den Maiszünsler ein Schaden von mehr als 11 Millionen Euro entstanden.

Bereits gestern hatte Forschungsministerin Annette Schavan (CDU) bekannt gegeben, dass ihr Ministerium in den nächsten drei Jahren für GVO-Forschung 10 Millionen Euro zur Verfügung stellen will. Nicht ohne darauf hinzuweisen, dass "bei der grünen Gentechnik der Aspekt Sicherheit immer mitbedacht werden" müsse. Im Mittelpunkt der Forschung soll deshalb vor allem die Frage stehen, wie "eine mögliche unkontrollierte Verbreitung gentechnisch veränderter Pflanzen und ihrer Transgene" verhindert werden kann. "Sicherheitsrelevante wissenschaftliche Fragestellungen" sollen dabei künftig verstärkt behandelt werden. Am 8. August soll das Kabinett über das neue Gentechnikgesetz beraten.

Mitarbeit Nils Weisensee

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wissenschaft
alles aus der Rubrik Mensch

© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP