Von Stefan Schmitt
Blutdoping wird oft mit Epo kombiniert. Das Nieremedikament, das im Körper die Produkten roter Blutkörperchen ankurbelt galt als Mittel der Wahl bei Ausdauersportlern - und verdrängte so das Blutdoping beinahe. Dabei ergänzen sich die beiden Betrugsmethoden hervorragend: Blut, das nach Epo-Doping abgenommen wird, um Erythrozyten (rote Blutkörperchen) zu gewinnen, taugt nicht mehr zum Nachweis des Epo selbst. Insofern hilft Epo bei der Produktion von Doping-Blut für die spätere Verabreichung per Infusion. Seit es aber Nachweismethoden für Epo gibt, erlebt das Blutdoping seine Rennaissance.
Auch mit Hämoglobin kann ein ähnlicher Effekt erreicht werden: Die Substanz bindet im Blut den Sauerstoff und sitzt normalerweise an der Oberfläche der Erythrozyten. Künstlich verabreicht, liegt es frei im Blutplasma und verbessert so den Sauerstofftransport.
Kortikoide als Entzündungshemmer wirken euphorisierend und helfen Athleten in Ausdauerdisziplinen, über Schmerzen und Erschöpfung hinwegzukommen. Adrenocortikotropin (ACTH) oder seine synthetische Entsprechung Synacthen werden als Dopingmittel eingesetzt, weil sie die Produktion körpereigener Kortikoide stimulieren.
Anabole Steroide sind die klassischen Dopingmittel in Kraftsportarten. Aber auch Ausdauersportler setzen sie ein. Im Radsport berühmt geworden sind die Testosteronpflaster von Tour-de-France-Athleten. Testostetron oder Nandrolon verstärken den Muskelaufbau. Von menschlichen Wachstumshormonen (HGH für Human Growth Hormones) erhoffen manche Sportler anabole Wirkung - nachgewiesen ist dies jedoch nicht.
Insulin, das normalerweise Diabetiker spritzen müssen, gilt unter Dopingsündern als Geheimtipp, um den Zuckerspeicher des eigenen Körper aufzustocken. In Muskeln und Leber können nach einer Injektion bis zu 12 Mal mehr Glukosevorräte eingelagert werden, als ohne Insulin-Doping. Dieser Zucker dient dann später als Leistungsreserve.
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