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09.08.2007
 

Südengland

Legionärskrankheit im MKS-Gebiet

Auch auf einem dritten Hof im südenglischen Sperrgebiet mussten Rinder sterben - wegen Verdachts auf Maul- und Klauenseuche. Derweil untersuchen die Behörden einen Fall der gefährlichen Legionärskrankheit bei einem Angestellten des Labors, aus dem das MKS-Virus stammen soll.

London - In dem wegen der Maul- und Klauenseuche in die Schlagzeilen geratenen britischen Labor hat sich im Juni ein Fall von Legionärskrankheit ereignet. Die Gesundheitsbehörden bestätigten am Donnerstag, dass diesbezüglich noch ermittelt werde.

Gesperrter Hof in Surrey: Dritter MKS-Verdachtsfall im Sperrgebiet, parallel wird auch ein Fall von Legionärskrankheit bei einem Labor-Mitarbeiter untersucht
AFP

Gesperrter Hof in Surrey: Dritter MKS-Verdachtsfall im Sperrgebiet, parallel wird auch ein Fall von Legionärskrankheit bei einem Labor-Mitarbeiter untersucht

Demnach zog sich ein Mitarbeiter des Labors in Pirbright südwestlich von London die bakterielle Lungenkrankheit zu. In der Forschungseinrichtung seien daraufhin geringe Spuren des Erregers gefunden worden. Die Ermittlungen seien in einem frühen Stadium, aber erste Ergebnisse zeigten, dass das Institut alle nötigen Sicherheitsvorkehrungen getroffen hatte. Das teilte die Behörde für Gesundheitsschutz mit.

Das Labor in Pirbright teilen sich die private Firma Merial und das staatliche Institute for Animal Health (IAH). Die Forschungseinrichtung in Pirbright steht im Verdacht, verantwortlich zu sein für den Ausbruch der Maul- und Klauenseuche (MKS) auf nahe gelegenen Bauernhöfen. Wenigstens haben staatliche Ermittler das Abwasser des Labors im Verdacht. Auf diesem Weg könnte der hoch ansteckende Tierseuchenerreger ins Freie gelangt sein. Endgültige Ergebnisse gibt es aber noch nicht.

Dies gilt auch für den Fall der exotischen Legionärskrankheit. Immerhin ist der Patient aber ein Angestellter des Instituts. Die britischen Behörden versuchten den Angaben zufolge mögliche Infektionsquellen an den Orten zu ermitteln, an denen sich der Erkrankte in den vergangenen zwei Wochen aufhielt. Einen Zusammenhang zwischen den beiden unterschiedlichen Krankheiten schließen die Behörden aber aus.

Dritter MKS-Verdachtsfall in Surrey

Fast eine Woche nach dem Ausbruch der MKS in der Grafschaft Surrey wurden unterdessen auf einem dritten Bauernhof vorsorglich mehr als 360 Tiere getötet, weil der Verdacht bestand, dass die Seuche auch auf diesen Betrieb übergegriffen hatte. Ob dies der Fall ist, soll eine Analyse zeigen, deren Ergebnisse für Freitag erwartet werden. Die Zahl der getöteten Tiere stieg damit auf rund 580. Anfang der Woche hatte es einen zweiten Verdachtsfall gegeben, der sich im Nachhinein bestätigte.

Die Legionärskrankheit wurde erstmals bei einem Treffen der US-Veteranenorganisation American Legion 1976 entdeckt, wo 29 Menschen daran starben. Sie ist eine Infektionskrankheit, die vor allem durch Wasser übertragen wird. Die weltweit verbreiteten bakteriellen Erreger gedeihen im warmen Wasser und können die Lungen von Menschen befallen. Infektionsquellen sind häufig Klimaanlagen, Duschen oder Schwimmbäder. Die Symptome sind denen einer Grippe ähnlich: hohes Fieber, trockener Husten, Lungenstau und Lungenentzündungen. Nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts erkranken in Deutschland jährlich rund 6000 Menschen an der Legionärskrankheit.

stx/AFP/dpa

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