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19.08.2007
 

Napoleons Totenmaske

Verräterische Narbe

Eine im Pariser Invalidendom ausgestellte Totenmaske zeigt womöglich gar nicht das Antlitz des 1821 verstorbenen Kaisers Napoleon I., sondern die Gesichtszüge eines Bediensteten Bonapartes. Eine fehlende Narbe führte auf die Spur der Fälschung.

Paris - Das im Invalidendom als Totenmaske von Napoleon I. präsentierte Exponat zeigt höchstwahrscheinlich gar nicht den französischen Herrscher Napoleon Bonaparte (1769-1821). Dessen echte Totenmaske sei zunächst in einem britischen Museum ausgestellt und später an einen Unbekannten versteigert worden, sagte der französische Historiker Bruno Roy-Henry der Nachrichtenagentur AFP und bestätigte damit einen Bericht der französischen Zeitung "Libération".

Französischer Kaiser Napoleon I.: "Großer Kopf, ausgeprägter Kiefer"
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AP

Französischer Kaiser Napoleon I.: "Großer Kopf, ausgeprägter Kiefer"

Roy-Henry zufolge ist auf der echten Totenmaske eine Narbe an der linken Wange Napoleons zu sehen, auf der Maske im Invalidendom jedoch nicht. Die verräterische Narbe sei auch auf einem Napoleon-Gemälde des englischen Künstlers Charles Locke Eastlake aus dem Jahr 1815 zu sehen, so Roy-Henry.

Die in Paris präsentierte Totenmaske, die vom Künstler Antomarchi signiert sei, stimme außerdem nicht mit den tatsächlichen Gesichtszügen des französischen Kaisers überein: "Es ist bekannt, dass Napoleon einen großen Kopf mit ausgeprägtem Kiefer hatte", betonte der Fachmann, davon sei jedoch in der offiziellen Maske nichts zu sehen. Die Totenmaske im Invalidendom sei also vermutlich die eines anderen Toten. "Libération" zufolge zeigt die Maske in Paris einen Bediensteten Napoleons, der drei Jahre vor ihm starb.

Die echte Totenmaske Napoleons sei von der Royal United Museum Service Institution in London von 1947 bis 1973 ausgestellt worden, sagte Roy-Henry. Später sei sie aus den Kollektionen des Museums verschwunden und 2004 von Christie's in New York versteigert worden. Der Name des heutigen Besitzers sei unbekannt.

bor/AFP

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