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Beringmeer Sohn spürt gesunkenes U-Boot des Vaters auf

Eine amerikanische Suchexpedition hat im Beringmeer zwischen Alaska und Sibirien Reste eines gesunkenen U-Bootes entdeckt. Mit großer Wahrscheinlichkeit handelt es sich um die "USS Grunion", die seit Sommer 1942 vermisst wird. An Bord befanden sich 70 Mann.

Der letzte Funkspruch stammt vom 30. Juli 1942. Das amerikanische U-Boot "USS Grunion" patrouillierte an diesem Tag vor der Insel Kiska. Japan und die USA lieferten sich in diesen Tagen harte Gefechte in der Region. Die zu den Aleuten gehörende Insel Kiska befand sich zeitweise sogar in japanischer Hand.

"USS Grunion" (im März 1942): Das amerikanische U-Boot wird seit dem 30. Juli 1942 vermisst. Das mutmaßliche Wrack wurde nun gefunden
AP

"USS Grunion" (im März 1942): Das amerikanische U-Boot wird seit dem 30. Juli 1942 vermisst. Das mutmaßliche Wrack wurde nun gefunden

Die "USS Grunion" sollte verhindern, dass feindliche japanische Schiffe die Insel verlassen konnten. In ihrer letzten Nachricht berichtet die Besatzung des U-Boots von starken Aktivitäten japanischer U-Boot-Jäger nahe der Insel, und dass sich noch zehn Torpedos an Bord befanden. Danach hörte die US-Marine nie wieder etwas von dem Schiff, am 16. August wurde es als verloren deklariert - und mit ihr die 70 Männer der Besatzung.

Im Sommer 2006 begannen die Söhne des "Grunion"-Commanders, Mannert Abele, eine erste Suchexpedition nach dem vermissten Schiff. Nun glauben sie, die Reste des Schiffs in 300 Metern Tiefe nahe der Insel Kiska gefunden zu haben. "Offensichtlich ist das ein sehr großes Objekt", sagte Bruce Abele, der älteste Sohn des einstigen Commanders.

Mit einem ferngesteuerten U-Boot schoss das Suchteam Fotos vom Meeresboden und nahm drei Stunden Videomaterial auf. Das mutmaßliche US-U-Boot liegt demnach auf einem felsigen Meeresboden und wurde vom gewaltigen Wasserdruck zusammengequetscht. Vorausgegangen waren Sonaraufnahmen des Meeresbodens, auf denen die Fachleute die Silhouette eines U-Bootes erkannt hatten.

Sonaraufnahme des Suchteams: Schemenhaft ist ein U-Boot zu erkennen
AP

Sonaraufnahme des Suchteams: Schemenhaft ist ein U-Boot zu erkennen

"Am meisten überrascht der Schaden", sagte John Abele. Er sei größer, als man sich vorgestellt habe. "Es war sehr schwer, das Schiff überhaupt zu erkennen." Die Bootshaut wurde so stark verformt, dass man Teile des Innern erkennen kann, zum Beispiel Kojen.

Das Suchteam hat bislang noch keine Markierungen oder Beschriftungen an dem Wrack gefunden, die eine eindeutige Identifizierung ermöglichen würden. Trotzdem ist man sich ziemlich sicher, entdeckt zu haben, was man sucht. "Mit einer Wahrscheilnichkeit von 95 Prozent handelt es sich um die 'Grunion'", sagte Christopher Nicholson von der beauftragten Firma Deep Sea Systems International.

Womöglich könnte die Entdeckung auch eine Antwort auf die bislang ungeklärte Frage liefern, warum die "USS Grunion" im Sommer 1942 gesunken ist. Das hoffen zumindest die Söhne des Kommandeurs, der damals zusammen mit 69 Matrosen ums Leben kam.

hda/AP

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