• Drucken
  • Senden
  • Feedback
 

Laserdrucker-Studie Feinstaub enthält keine Tonerpartikel

Tonerpartikel aus Druckern und Fotokopieren sind laut einer neuen Studie nicht Hauptverursacher von Bürokrankheiten wie Atemwegsproblemen. Die Geräte emittieren zwar Feinstaub, dieser stammt jedoch offenbar nicht aus Tonerkartuschen.

Berlin - Ein Laserdrucker, der mitten in einem Büro steht, löst bei vielen Menschen Unbehagen aus. Die Geräte gelten gemeinsam mit Fotokopierern als Ursache der angeblich krankmachenden Büroluft. Nach Angaben der Interessengemeinschaft der Tonergeschädigten leiden rund 1700 Büromitarbeiter in Deutschland unter erheblichen gesundheitlichen Problemen, weil sie dicht neben Laserdruckern oder Kopierern arbeiten.

Laserdrucker: Feinstaub hat offenbar andere Quellen als die Tonerkartusche

Laserdrucker: Feinstaub hat offenbar andere Quellen als die Tonerkartusche

Die Betroffenen gehen davon aus, dass Tonerpartikel beim Betrieb der Geräte in die Raumluft gelangen und krank machen. Folgen seien zum Beispiel Dauerschnupfen, Halsschmerzen, Reizhusten und Entzündungen der Nasennebenhöhlen oder Bronchien.

Zumindest die Tonerpartikel werden jetzt durch eine Studie des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) von dem Verdacht entlastet, Auslöser dieser sogenannten Bürokrankheiten zu sein. Forscher der Universität Gießen hatten im Auftrag des BfR von Januar bis Oktober 2006 in 63 ausgewählten Büroräumen die Raumluft analysiert. Zudem untersuchten sie die 69 dort arbeitenden Menschen.

Für die meisten der raumlufttechnischen und medizinischen Parameter seien die Untersuchungsergebnisse unauffällig, berichteten die Forscher heute in Berlin. Das gelte für Temperatur und Luftfeuchte, flüchtige organische Verbindungen, flüchtige organische Einzelstoffe und Schimmelpilzkonzentrationen. Auch in Bezug auf Allergien und Entzündungen habe es keine Auffälligkeiten gegeben. Im Januar hatte das BfR bereits erste Ergebnisse der Tonerstudie veröffentlicht.

Als völlig harmlos erwiesen sich die Drucker freilich nicht. Die Forscher stellten bei den Probanden mehr "nicht erklärbare körperliche Beschwerden" fest als bei Vergleichspersonen. Den Personen sei in den Büroräumen unwohl gewesen. Ein Teil der untersuchten Personen reagierte zudem überempfindlich auf bronchiale Reize.

Bei Inbetriebnahme der Geräte habe die Belastung der Büros mit Fein- und Ultrafeinstaub deutlich zugenommen. "Feinstäube sind beim Betrieb der Geräte aber um das Doppelte angestiegen", berichtete Studienleiter Volker Mersch-Sundermann. Bei den gemessenen ultrafeinen Teilchen handle es sich aber offenbar ganz überwiegend nicht um Tonerpartikel - darauf wiesen raster- und transmissionselektronenmikroskopische Untersuchungen hin.

"Ob der Anstieg dieser Stäube in den Büros gesundheitliche Auswirkungen haben könnte, lässt sich aus der Pilotstudie nicht abschließend beurteilen", sagt BfR-Präsident Andreas Hensel. "Wer mit Laserdruckern und Fotokopierern arbeitet, sollte seine individuelle Fein- und Feinststaubbelastung reduzieren". Geräte sollten nicht in Räumen stehen, in denen Büroangestellte arbeiten.

Von einer Toner-Entwarnung will BfR-Präsident Andreas Hensel trotz allem nicht sprechen. Er hält das Risiko allerdings für "relativ klein" in Bezug auf andere Berufsgruppen wie Friseure oder Bäcker. Jedes Jahr würden Millionen Drucker in Deutschland verkauft, sagte Hensel. Dagegen stünden 105 ärztliche Meldungen im Zusammenhang mit Druckern und Büroluft, die seinem Institut vorlägen.

hda/dpa

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wissenschaft
alles aus der Rubrik Mensch

© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Mehr auf SPIEGEL ONLINE






TOP



TOP