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05.11.2007
 

Fitness-Trainer

Roboter soll Senioren auf Trab bringen

Japanische Forscher haben einen zweibeinigen Roboter entwickelt, der ältere Menschen zur Bewegung animieren soll - als persönlicher Fitness-Trainer. Ab kommendem Jahr könnte der Blechkamerad in Altenheimen eingesetzt werden.

Tokio - Er ist 60 Zentimeter groß, hat zwei Beine und zwei Arme und soll auch sonst so menschenähnlich wie möglich wirken: Ein japanischer Roboter, der nach den Plänen seiner Erbauer demnächst in Altenheimen eingesetzt werden soll. Der am japanischen National Institute of Advanced Industrial Science and Technology entwickelte Automat beherrscht 20 Fitness-Übungen, berichtet die Wirtschaftszeitung "Nikkei". Und er soll als Vorturner in Altersheimen arbeiten. Senioren, so hoffen die Entwickler, könnten auf diese Art fit und mobil bleiben und damit weniger auf Pflege angewiesen sein.

Schon seit Jahren tüfteln japanische Großkonzerne wie Toyota und Honda an menschenähnlichen Robotern, die sich in der vergreisenden Gesellschaft als Haushaltshelfer und Pflegekräfte nützlich machen sollen. Als am weitesten entwickelter Zweibeiner gilt Asimo, der von Honda konzipiert wurde mittlerweile regelrecht rennen kann: Er schafft mehr als sieben Stundenkilometer.

Dass die Japaner so vernarrt sind in Roboter, hat einen tieferen Grund: Das Industrieland vergreist so schnell wie kein anderes - bis 2050 wird ein Drittel der Einwohner über 65 sein. Statt Ausländer ins Land zu holen, will die um ihre Kultur besorgte Nation den Bedarf an Arbeitern und Pflegekräften lieber mit heimischen Maschinenwesen decken.

Die Zuneigung, mit der Japaner ihre elektronischen Geschöpfe hegen, kann auf westliche Beobachter zwar etwas befremdlich wirken. Doch der Tradition ihrer Naturreligion folgend, verehren die Japaner von jeher auch leblose Gegenstände wie Steine als Gottheiten. So erreichte auch Sonys Roboterhund Aibo eine große Popularität, wenngleich der Elektronikkonzern seine Produktion mangels Wirtschaftlichkeit längst eingestellt hat.

Während man in Japan die Blechkameraden vor allem als freundliche Helfer sieht, denkt man bei der US-Armee an ganz andere Jobs für die Maschinenwesen. Sie sollen nicht nur Bomben entschärfen, sondern auch selbst kämpfen. Mitte Juni sind die ersten drei Stahlsoldaten in den Irak-Krieg gezogen. "Sword" heißt eine der Tötungsmaschinen, die Aufständische mit einem angebauten Maschinengewehr zur Strecke bringen soll. Und auch in der Heimat könnten bewaffnete Roboter bald zum Einsatz kommen - als Polizisten.

hda/dpa

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